Was ist eine Riechprüfung?

Wie der Name schon sagt, kontrolliert man mithilfe der Riechprüfung (Olfaktometrie) das menschliche Geruchsvermögen.

 

Bekannte Geruchsstoffe aktivieren normalerweise bestimmte Nervenzellen in der Nase, die Signale an das Gehirn über den Riechnerven, den Nervus olfactorius, weiterleiten.

 

Man unterscheidet eine subjektive und eine objektive Riechprüfung.

 

Warum wird ein Riechtest durchgeführt?

Im Gegensatz zu anderen Sinneszellen sind Riechsinneszellen in der Lage, sich zu regenerieren. Auf diese Weise erlangen zum Beispiel Raucher wieder einen besseren Geruchssinn, wenn sie ihr Laster aufgegeben haben.

 

Mit zunehmendem Alter wird der Geruchssinn schlechter. Das betrifft sowohl die Wahrnehmung eines Geruchs als auch seine Identifizierung.

 

Hyposmie nennen Ärzte den teilweisen Ausfall des Riechvermögens, Anosmie den kompletten Ausfall des Riechvermögens. Ein gestörter oder fehlender Geruchssinn ist zwar nicht lebensbedrohlich, aber auch keineswegs ungefährlich. Schließlich fehlt ein wichtiges Alarmsystem, denn der Geruchssinn kann auf Gefahren wie Brände, giftige Dämpfe oder verdorbene Lebensmittel aufmerksam machen. Der Geruchsverlust kann langfristig zu Appetitlosigkeit oder sogar zu Depressionen führen.

 

Wie funktioniert die subjektive Riechprüfung?

Eine subjektive Riechprüfung ist eine qualitative Orientierungsprüfung, bei der verschiedene Substanzen jeweils getrennt vor eines der beiden Nasenlöcher gehalten werden.

 

Hier unterscheidet man verschiedene Riechstoffe:

 

  • Reine Riechstoffe (Stoffe, die ausschließlich den Riechnerv reizen), zum Beispiel Kaffee, Vanille, Wachs, Zimt, Lavendel
  • Riechstoffe, die zusätzlich einen bestimmten sensiblen Gesichtsnerven reizen (mit sogenannter Trigeminusreizkomponente), zum Beispiel Menthol, Essigsäure, Formalin
  • Riechstoffe mit zusätzlicher Geschmackskomponente, zum Beispiel Chloroform, Pyridin

 

Bei völligem Ausfall des Riechvermögens werden reine Riechstoffe überhaupt nicht wahrgenommen, die Riechstoffe aus den beiden anderen Gruppen dagegen zumindest gespürt beziehungsweise geschmeckt.

 

Wie funktioniert die objektive Riechprüfung?

Diese Riechprüfung ermöglicht es, die Reaktion auf Riechstoffe objektiv zu erfassen. Der Patient kann das Ergebnis also weder beeinflussen oder gar manipulieren.

 

Computergesteuert werden dabei die durch einen Reiz ausgelösten Hirnströme (evozierte EEG-Potenziale) gleichzeitig abgeleitet und ausgewertet.

 

Wodurch kann das Riechvermögen beeinträchtigt werden?

Bei Erkältungen und Allergien, zum Beispiel Heuschnupfen, kann der Patient vor allem wegen der geschwollenen Schleimhäute schlechter riechen. Auch bei Nasenpolypen oder Mandelentzündungen ist der Geruchssinn oft vermindert.

 

Geruchsstörungen werden auch durch Verletzungen und Schädigungen der Nase, des Riechnervs oder des Riechzentrums im Gehirn bei Unfällen oder durch eingeatmete (Reizgase) oder eingenommene (Medikamente) Giftstoffe verursacht.

 

Ein schlechtes Riechvermögen kann aber auch auf Allgemeinerkrankungen hinweisen, zum Beispiel auf Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), oder auf eine Mangel- oder Fehlernährung.

 

Die Ursachen für Geruchsstörungen bei der Parkinson- und der Alzheimerkrankheit liegen direkt im Gehirn. Dort finden sich Zellschäden im Riechhirn.

 

Was ist der Erlanger Riechtest?

Erlanger Wissenschaftler entwickelten einen speziellen Geruchstest, um eine frühe Diagnose von Parkinson- und Alzheimererkrankungen stellen zu können. Bei diesen Erkrankungen fällt ein sehr früher Verlust des Riechvermögens auf.

 

Dieser wird mit sogenannten Sniffin Sticks durchgeführt. Das sind spezielle Duftstifte, die wie gewöhnliche Filzstifte aussehen und unter anderem nach Zimt, Haushaltsreiniger, Pizza, Orange, Terpentin oder Pfefferminz riechen.

 

Insgesamt 16 verschiedene Gerüche aus der Alltagswelt stecken in den Duftstiften. So kann man beurteilen, welche Gerüche und ab welcher Stärke der Patient Gerüche wahrnimmt.

 

Kann man Störungen des Riechsinnes behandeln?

In vielen Fällen erholt sich die Riechstörung ohne Behandlung.

 

Wird die Riechstörung durch ein Medikament ausgelöst, wird im Einzelfall entschieden, ob man es weglassen, die Dosis herabsetzen oder durch ein anderes Mittel ersetzen kann.

 

Insbesondere wenn Nasenerkrankungen wie Allergien, Polypen oder Entzündungen der Nasennebenhöhlen beseitigt werden, können die Betroffenen anschließend meist wieder wesentlich besser riechen.

 

Wichtig ist aber vor allem, die genaue Ursache der Riechstörung herauszufinden. Dazu können Untersuchungen bei verschiedenen Fachärzten wie dem Hals-Nasen-Ohren-Arzt, einem Neurologen (Nervenarzt) oder einem Allgemeinarzt notwendig sein. Nur so kann die Störung des Geruchsinnes gezielt und sinnvoll behandelt werden.