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Was ist eine Spermauntersuchung?

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Die mikroskopische Untersuchung des Ejakulates ist eine Methode zur Beurteilung der Zeugungsfähigkeit des Mannes. Sie wird auch als Samenflüssigkeitsuntersuchung oder Spermauntersuchung bezeichnet.

Eine schlechte Qualität oder eine unzureichende Anzahl der Samenzellen (Spermien, Spermatozoen) sind nicht selten Gründe für einen unerfüllten Kinderwunsch.

 

Das Ejakulat wird nach drei- bis sechstägiger sexueller Enthaltsamkeit durch Masturbation gewonnen und anschließend in einem Labor untersucht.

 

Neben Anzahl, Beweglichkeit und Form der Samenzellen bestimmt man zum Beispiel den Säuregrad (pH-Wert), den Zuckergehalt (Fruktoseindex) und die Zähflüssigkeit (Viskosität) des Ejakulats. Des Weiteren beurteilt man dessen Farbe und eine mögliche Besiedelung mit Bakterien.

 

Unter dem Mikroskop, aber auch mit anderen Verfahren kann man die Beweglichkeit der Spermien erfassen. In einer normalen Spermaprobe müssen sich mehr als 25 Prozent der Spermien schnell vorwärts bewegen.

 

Die Ergebnisse aller Untersuchungen zusammen erlauben eine Aussage über die Zeugungsfähigkeit des Mannes.

 

Was sind die Ursachen für Veränderungen der Spermien beim Mann?

Eine verminderte Zeugungsfähigkeit des Mannes beruht meist auf Veränderungen der Spermien. So kann zum Beispiel durch Verformungen, verringerte Beweglichkeit oder zu wenige Spermien eine Befruchtung unmöglich werden. Ursachen dafür können unter anderem sein:

 

  • Krampfadern der Hoden (Varikozele)
  • Frühere Hodeninfektionen, zum Beispiel als Folge von Mumps
  • Hodenverletzungen
  • Hormonstörungen, die die Samenreifung verhindern, zum Beispiel Hyperprolaktinämie
  • Genetische Störungen
  • Stress, Rauchen und zu viel Alkohol

 

Auch der Transport der Samenzellen durch den Samenleiter kann gestört sein. Ursachen können eine Entzündung des Samenleiters, zum Beispiel durch Chlamydieninfektionen oder Gonorrhoe, oder ein Verschluss durch Operationsnarben sein.

 

Wo werden die Spermien gewonnen?

Viele Männer empfinden die Untersuchung ihrer Geschlechtsteile durch den Arzt und die anschließende Samenabgabe als unangenehm, da es sich um eine sehr intime Angelegenheit handelt. Die Untersuchung der Spermien ist aber ein im Grunde genommen einfacher Vorgang und bei unerfülltem Kinderwunsch sehr sinnvoll.

Die Samenabgabe erfolgt im Allgemeinen ungestört in abgeschirmten Räumen der Praxis. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dies zu Hause vorzunehmen und den Ejakulatbehälter diskret im Labor abzugeben. Dafür muss der Mann allerdings vorher genauestens vom behandelnden Arzt über die Durchführung der Samengewinnung und die Aufbewahrung der Probe informiert werden.

 

Was sind normale Spermawerte?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Richtlinien zur Beurteilung eines normalen Ejakulats erstellt. Dazu zählen:

 

  • Spermienkonzentration: über 20 Millionen Spermien pro Milliliter
  • Spermienzahl im gesamten Ejakulat: über 40 Millionen
  • Beweglichkeit (Motilität): mindestens 50 Prozent der Spermien müssen sich (schnell und/oder langsam) vorwärts bewegen oder mindestens 25 Prozent der Spermien müssen sich schnell vorwärts bewegen
  • Menge (Volumen): mindestens zwei Milliliter
  • Morphologie: mindestens 15 Prozent der Spermien mit normalem Erscheinungsbild
  • Verflüssigungszeit: Verflüssigung des Ejakulats innerhalb von zehn bis 30 Minuten
  • pH-Wert: 7,2 und mehr
  • weiße Blutkörperchen (Leukozyten): weniger als eine Million pro Milliliter
  • Anzahl lebender Spermien: mindestens 75 Prozent

 

Auch gesunde, fertile Männer weisen große Schwankungen bezüglich ihrer Spermaqualität auf. Daher sollten mindestens zwei Ejakulate im Abstand von sieben bis 14 Tagen untersucht werden. Manchmal sind auch weitere Untersuchungen zur Beurteilung der männlichen Zeugungsfähigkeit in speziellen Fachkliniken

Autor: Dr. med. Martina Waitz; Dr. med. Dirk Nonhoff, erstellt am 25.10.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Anne-Kristin Schulze am 08.09.11

Quelle: Hanno, P.: Clinical manual of Urology. McGraw-Hill ( 3rd edition 2001); Hautmann, R.: Urologie. Springer (2. Auflage 2001);Hautmann, R.; Huland, H.: Urologie. 3. Auflage. Heidelberg: Springer, 2006.

 
 
 

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