Was ist eine Ultraschalluntersuchung?

Die Ultraschalluntersuchung (Sonografie) ist ein Verfahren zur bildlichen Darstellung von Strukturen und Organen des Körpers mittels Ultraschallwellen.

 

Dabei handelt es sich um Schallwellen, die mit Frequenzen von 20 Kilohertz bis einem Gigahertz schwingen. Sie sind für den Menschen nicht hörbar. In unserem Körper treffen diese Schwingungen auf Hindernisse wie Knochen, Muskeln, Organe oder Blutgefäße. Die verschiedenen Gewebe reflektieren oder absorbieren die Schallwellen in unterschiedlichem Maße. Das Ultraschallgerät nimmt die zurückgeworfenen Wellen auf und wandelt sie in elektrische Impulse um, aus denen dann letztlich ein Bild entsteht.

 

Ultraschallbilder ermöglichen es dem Arzt, Organe genau zu betrachten. So lassen sich zum Beispiel Leber, Milz, Herz, Nieren, Blutgefäße und Weichteilgewebe wie Muskeln darstellen.

 

Mit speziellen Verfahren wie der Doppler-Sonografie ist es möglich, zusätzlich die Strömungsgeschwindigkeiten von Flüssigkeiten in Gefäßen sowie im Herzen im Bild darzustellen. Dabei treffen Ultraschalltöne auf die sich in den Blutgefäßen bewegenden roten Blutkörperchen, deren Bewegungsrichtung man dann mithilfe von Computerprogrammen analysieren kann.

 

Wie erfolgt die Ultraschalluntersuchung?

Der Patient liegt in der Regel auf einer Untersuchungsliege. Der Arzt fährt mit dem Ultraschallkopf, der die Schallwellen aussendet und empfängt, über den Körperabschnitt, den er untersuchen will, zum Beispiel über den Bauch, um Organe wie Leber und Milz zu beurteilen.

 

Damit die Ultraschallwellen die Haut besser durchdringen können, trägt er auf den Ultraschallkopf ein Gel auf.

 

Was ist eine Endosonografie?

Der Arzt kann die Ultraschallsonde auch in den Körper einführen:

 

Bei der transösophagealen Echokardiografie führt er, ähnlich wie bei der Magenspiegelung, eine biegsame Ultraschallsonde über den Mund durch die Speiseröhre ein. Das ermöglicht die Betrachtung des Herzens und der zu- und abführenden Gefäße.

 

Vier bis sechs Stunden vor der Untersuchung darf der Patient nichts mehr essen oder trinken, da es sonst während der Untersuchung zum Erbrechen des Mageninhalts kommen könnte. Zur Untersuchung betäubt der Arzt den Rachen des Patienten mit einem Vereisungsspray. Außerdem erhält der Patient in der Regel ein Beruhigungsmittel.

 

Bei der Kapselendoskopie schluckt der Patient eine kleine Kapsel, die eine Mini-Videokamera enthält. Sie sendet Bilder aus dem Darm an ein externes Empfangsgerät, die dann auf einem Monitor zu sehen sind. Damit ist es möglich, den gesamten Dünndarm zu betrachten, der mit einem normalen Endoskop über den After nicht zugänglich ist.

 

Weiterhin gibt es Ultraschallsonden, die über den After eingeführt werden (endorektale Sonografie).

 

Das Einführen einer Ultraschallsonde in die Atemwege ermöglicht eine Untersuchung der Bronchien und des umliegenden Gewebes (endobronchialer Ultraschall, EBUS).

 

Beim intravaskulären Ultraschall (IVUS) führt der Arzt eine Ultraschallsonde in ein Gefäß ein, um damit die Gefäßwände zu betrachten.

 

Wie verläuft eine Ultraschalluntersuchung während der Schwangerschaft?

Die vorgeburtliche Diagnostik ist eine der großen Domänen der Sonografie, sie gehört zum Untersuchungsstandard bei Schwangeren. In der frühen Schwangerschaft (vor der zwölften Woche) erhält der Arzt gute Ergebnisse mittels der Vaginalsonografie, aber auch die Ultraschalluntersuchung über die Bauchdecke kann zum Einsatz kommen. Die Vaginalsonografie läuft ähnlich wie eine gynäkologische Untersuchung ab. Der Arzt führt dabei die Ultraschallsonde in die Scheide ein. Auch ein erst wenige Millimeter großer Embryo ist auf dem Bildschirm gut sichtbar.

 

Später erfolgt die Ultraschalluntersuchung im Allgemeinen durch die Bauchdecke hindurch. Die Schwangere liegt dabei möglichst bequem auf dem Rücken. Der Arzt trägt etwas Gel auf den Bauch auf und bewegt den Ultraschallkopf über den Bauch, bis er das Kind und den Mutterkuchen (die Plazenta) auf dem Bildschirm erkennen kann. Die Schwangere kann die Untersuchung beziehungsweise die Bewegungen ihres Kindes am Bildschirm mit verfolgen.

 

Ultraschalluntersuchungen sind zur Wachstumskontrolle, zur Bestimmung des Geburtstermins und zur Kontrolle der Kindslage sinnvoll. Außerdem dienen sie der frühzeitigen Diagnostik von Missbildungen oder Fehlentwicklungen des Kindes.

 

In der Schwangerschaftsdiagnostik sind drei Ultraschalluntersuchungen vom Gesetzgeber vorgesehen:

 

  • zwischen dem Beginn der neunten und dem Ende der zwölften Schwangerschaftswoche,

  • zwischen dem Beginn der 19. und dem Ende der 22. Schwangerschaftswoche und

  • zwischen dem Beginn der 29. und dem Ende der 32. Schwangerschaftswoche.

 

Bei Auffälligkeiten des Kindes oder der Mutter erfolgen mitunter zusätzliche Sonografien.

 

Ab der 20. Schwangerschaftswoche, in Ausnahmefällen auch früher, kann der Frauenarzt in besonderen Fällen, zum Beispiel bei Wachstumsauffälligkeiten des Kindes, bei Verdacht auf eine Fehlbildung oder Erkrankung des Ungeborenen sowie bei einem durch die Schwangerschaft induzierten Bluthochdruck der Mutter eine Doppler-Sonografie veranlassen. Sie gibt unter anderem Aufschluss darüber, wie gut das Kind mit Blut versorgt ist und über die Funktion des Mutterkuchens.

 

Was sind die Vorteile und die Nachteile der Untersuchung mit Ultraschall?

Durch den Einsatz des Ultraschalls ist eine schnelle Untersuchung der Organe möglich. Befunde lassen sich rasch, kostengünstig und risikoarm überprüfen sowie ergänzen und abklären. Außerdem ist die Untersuchung in der Regel ungefährlich und schmerzfrei.

 

Zudem lassen sich andere Verfahren, zum Beispiel das Röntgen, nach einer sonografischen Untersuchung gezielter einsetzen oder durch diese sogar ganz ersetzen. Weiterhin kann der Arzt unter Ultraschallkontrolle auch Gewebeproben entnehmen.

 

Trotzdem sollte die Sonografie, vor allem in der Schwangerschaft, auf medizinisch sinnvolle und notwendige Untersuchungen beschränkt bleiben.

 

Die Aussagekraft der Ultraschalluntersuchung hängt allerdings stark von der Erfahrung des Untersuchers sowie von den Untersuchungsbedingungen ab. So ist die Sonografie beispielsweise bei sehr übergewichtigen Patienten erschwert oder teilweise sogar unmöglich.

 

Welche Komplikationen können bei Ultraschalluntersuchungen auftreten?

Bei herkömmlichen Ultraschalluntersuchungen über die Haut, zum Beispiel die Bauchdecke, sind in der Regel keine Komplikationen zu befürchten.

 

Bei der Endosonografie kann es zu Überempfindlichkeitsreaktionen auf die örtliche Betäubung der Rachenschleimhaut und durch den Zugang über die Speiseröhre selten zu Gebissschäden, besonders bei schon gelockerten Zähnen, zu Herzrhythmusstörungen oder Verletzungen der Speiseröhre, des Kehlkopfs oder der Luftröhre kommen, vor allem wenn diese Organe und Strukturen bereits vorgeschädigt sind.

 

Im Anschluss an eine örtliche Betäubung im Rachen darf man eine gewisse Zeit lang weder essen und trinken. Frühestens 24 Stunden nach der Gabe eines Beruhigungs- oder Schmerzmittels ist es wieder erlaubt, Auto zu fahren. Am besten lässt man sich zur Untersuchung bringen und wieder abholen.