Beitragszuschuss des Arbeitgebers

Für viele krankenversicherungsfreie Arbeitnehmer muss der Arbeitgeber einen Beitragszuschuss zur Krankenversicherung zahlen - aber nicht für alle.

Der Zuschuss kann sowohl für die freiwillige Krankenversicherung als auch für die private Krankenversicherung anfallen, aber nur für Zeiten, für die Sie dem Beschäftigten Entgelt zahlen müssen. Wenn Ihr Arbeitnehmer also zum Beispiel wegen einer längeren Krankheit Krankengeld erhält oder wenn er einen unbezahlten Urlaub nimmt, brauchen Sie den Zuschuss nicht zahlen.

 

Zuschuss zur freiwilligen Krankenversicherung

Den Zuschuss zur freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung erhalten Arbeitnehmer, die nur wegen Überschreitens der Versicherungspflichtgrenze krankenversicherungsfrei sind.

 

Beschäftigte, die aus anderen Gründen versicherungsfrei sind, erhalten den Zuschuss nicht. Daher müssen Sie zum Beispiel an Arbeitnehmer, die hauptberuflich selbstständig sind, an Beamte, Soldaten oder Pensionäre mit einer Nebenbeschäftigung keinen Zuschuss zahlen.

 

Höhe des Zuschusses

Der Beitragszuschuss zur freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung entspricht dem Arbeitgeberanteil, den Sie bei einem versicherungspflichtigen Arbeitnehmer zahlen müssten. Als beitragspflichtiges Arbeitsentgelt brauchen Sie allerdings nie mehr als die Beitragsbemessungsgrenze von aktuell 48.600 Euro zugrunde legen. Der Höchstzuschuss für einen freiwillig gesetzlich krankenversicherten Mitarbeiter mit dem allgemeinen Beitragssatz zur Krankenversicherung beträgt also derzeit 7,3 Prozent von 48.600 Euro jährlich.

 

Der Beitragszuschuss des Arbeitgebers bleibt unverändert, auch wenn der Beschäftigte von seiner Krankenkasse einen Bonus oder eine Beitragsrückzahlung erhält.

 

Zuschuss zur Pflegeversicherung

Für die Pflegeversicherung für freiwillige krankenversicherte Mitarbeiter fällt der übliche Arbeitgeberanteil von 1,025 Prozent an, in Sachsen nur 0,525 Prozent. Auch hier gilt die Beitragsbemessungsgrenze von aktuell 48.600 Euro.

 

Zuschuss zur privaten Krankenversicherung

Den Zuschuss zur privaten Krankenversicherung zahlt der Arbeitgeber, wenn der privat versicherte Arbeitnehmer krankenversicherungsfrei oder von der Krankenversicherungspflicht ausgeschlossen ist. Außerdem müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Dem Arbeitgeber muss eine Bescheinigung des Versicherungsunternehmens vorliegen, in der die zuständige Aufsichtsbehörde bestätigt, dass die Versicherung nach dem vom Gesetz geforderten Voraussetzungen betrieben wird. Diese Bestätigung muss alle drei Jahre erneuert werden.
  • Die Leistungen müssen denen der gesetzlichen Krankenversicherung entsprechen. Es ist dabei unerheblich, ob der Mitarbeiter mit seiner Versicherung eine höhere Selbstbeteiligung oder Leistungsausschlüsse für bestimmte Krankheiten vereinbart hat.
  • Auch die Familienangehörigen müssen mit solchen Leistungsansprüchen privat krankenversichert sein.

Enthält die private Krankenversicherung Leistungen, die nicht denen der gesetzlichen Krankenversicherung entsprechen, brauchen Sie für diesen Teil keinen Beitragszuschuss zahlen.

 

Höhe des Zuschusses zur privaten Krankenversicherung

Der Arbeitgeber zahlt als Zuschuss zur privaten Krankenversicherung die Hälfte des Beitrags, maximal aber den Höchstzuschuss, den er auch einem freiwillig gesetzlich krankenversicherten Mitarbeiter zahlen würde. Das gilt auch für die private Pflegeversicherung.

 

Wenn Sie mehr zahlen als gesetzlich gefordert

Wenn Sie mehr Zuschuss zahlen als gesetzlich gefordert - zum Beispiel, wenn Sie auch den Arbeitnehmerbeitrag übernehmen -, gilt das als Arbeitsentgelt. Das bedeutet: Der Arbeitnehmer muss diese zusätzlichen Zahlungen versteuern, und auch Beiträge zu den Sozialversicherungen fallen zusätzlich an, sofern die Beitragsbemessungsgrenzen nicht schon überschritten wurden.