Unter dem Chorion versteht man den kindlichen Anteil der Plazenta.
In der Frühschwangerschaft bildet das Chorion fingerförmige Ausstülpungen, die sogenannten Chorionzotten. Von diesem kindlichen Gewebe wird unter ständiger Ultraschallkontrolle bei der Chorionzottenbiopsie eine Zellprobe (Biopsie
) entnommen. Die Biopsie kann durch den Bauch der Mutter oder aber durch die Scheide und den Muttermund durchgeführt werden.
Ein Teil des gewonnenen Gewebes wird noch am selben Tag untersucht. Diese Ergebnisse liegen innerhalb von drei bis sieben Tagen vor. Die restlichen Zellen werden wie bei der Amniozentese
für die Untersuchung der Chromosomen genutzt.
Die Chorionzottenbiopsie hat ein etwas höheres Fehlgeburtsrisiko als die Amniozentese und sollte deswegen nur in Einzelfällen der Fruchtwasseruntersuchung vorgezogen werden. Sie kommt infrage, falls es notwendig sein sollte eine Chromosomenstörung möglichst frühzeitig (bereits in der zehnten und elften Schwangerschaftswoche) zu diagnostizieren. Nicht untersucht werden kann auf das Vorliegen eines Neuralrohrdefektes.
Autor: Datapharm, erstellt am 01.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hofmann am 09.08.11
Quelle: TK-Ärztezentrum