Inzwischen hat die Wirtschaft erkannt, dass es auch künftig ohne das wertvolle Knowhow älterer Mitarbeiter nicht läuft. Es geht also nicht darum, sie auszurangieren. Sie sollten vielmehr unterstützt werden, damit sie gesund und leistungsfähig bleiben.
Vor dem Hintergrund, dass sich die Altersgrenze für die Regelaltersrente mit großen Schritten auf die 70 zubewegt, ist doch klar, dass wir es uns nicht leisten können, Arbeitskräfte mit 50+ zum alten Eisen zu werfen. Wir sind auf sie angewiesen. In den Köpfen vieler Arbeitgeber wird dieses Thema allerdings noch immer verdrängt oder gar völlig ausgeblendet. Doch die Unterstützung und "Pflege" älterer Arbeitnehmer wird immer wichtiger werden - daran führt kein Weg vorbei.
Unser Arbeitsleben verändert sich
Die demografische Entwicklung wird zur großen Herausforderung - für Gesundheitssystem, Rentenkasse und eben auch für die Unternehmen. Im Jahr 2030 werden 29 Prozent der Menschen über 65 Jahre alt sein. Ihnen stehen dann lediglich 17 Prozent der unter 20-Jährigen gegenüber. Die Belegschaften werden älter. In knapp zehn Jahren treffen 13,2 Millionen über 50-Jährige auf 7,6 Millionen unter 30-jährigen Arbeitnehmern gegenüber, so eine Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Dann wird jede dritte Arbeitskraft 50 Jahre und älter sein.
Ab wann gilt ein Mitarbeiter überhaupt als alt?
Die Ansichten grätschen auseinander: Amerikanische Chefs etwa halten ihre Mitarbeiter bis 60 für voll leistungsfähig - deutsche Führungskräfte dagegen nur bis zu einem Alter von 51 Jahren. Ab da ginge es unumkehrbar bergab, den Betroffenen werde nicht mehr so viel zugetraut, das Leistungspulver sei verschossen. Zudem sieht sich manch junger Aufstrebender durch reifere Mitarbeiter "gefährdet", weil diese womöglich die eigenen ehrgeizigen Ziele kreuzen, mehr Erfahrung haben, länger dabei sind und einen als Autorität eventuell nicht ernst nehmen. Nicht selten versucht man daher die Älteren in die innere Kündigung zu schicken, indem man ihnen nichts mehr zutraut, Vorbehalte äußert, sie demotiviert und geradezu Schritt für Schritt demontiert. Dieses antiquierte, unproduktive Verhalten kommt Mobbing gleich und muss sich dringend ändern.
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Autor: Dr. Susanne Holst, erstellt am 02.01.12

