So motiviere ich mich täglich selbst
Als Triathlet stehe ich tagtäglich vor der Herausforderung, mich für mein Training zu motivieren. Auch bei schlechtem Wetter oder wenn es mir persönlich mal nicht ganz so gut geht, muss ich mich selbst überlisten, um mein Training nicht schleifen zu lassen.
Motivation - ein Wort mit viel Bedeutung, aber was bedeutet es tatsächlich?
Vor jeder Motivation steht ein Ziel oder die Herausforderung, für sich selbst zu erkennen, was man eigentlich in seinem Leben verbessern oder verändern will.
Als Triathlet stehe ich tagtäglich vor der Herausforderung, mich für mein Training zu motivieren. Aber mit der grundsätzlichen Entscheidung, einen Wettkampf bestreiten zu wollen, kann ich mich emotional mit meinem Tun identifizieren. Mit großer Leidenschaft gehe ich dadurch ins Training und kann auch in schwierigen Situationen hohe Leistungen bringen.
Anderen geht's genauso
Auch in alltäglichen, kleinen Dingen kann ich mich so motivieren. Aussagen wie: "Das kann ich nicht", "Ich weiß nicht, wie" oder "Warum soll ich das jetzt tun" vermeide ich, so gut es geht. Klar habe auch ich Barrieren, bei denen es mir schwer fällt, mich zu motivieren. Aber man muss sich immer eines sagen: Im Leben wird man häufig Dinge tun, die einem nicht einfach von der Hand gehen. Damit ist man aber nicht allein, denn jedem Menschen geht es so. Hier ist es wie in einem Triathlon-Wettkampf; nach 3,8 Kilometer Schwimmen und 180 Kilometer Radfahren will niemand mehr einen Marathon laufen. Das Laufen tut weh, und wenn man sich dem hingibt, hat der innere Schweinehund gesiegt.
Motivation muss man fühlen
Wenn man sich aber sagt, den anderen geht es ganz genauso, und was machen die? Sie laufen weiter und tun alles, um ins Ziel zu kommen. Genau in solchen Momenten versuche ich, mir positive Bilder ins Gedächtnis zu rufen. Situationen in meinem Leben, in denen ich etwas geschafft habe. Jetzt versuche ich, mich genau so zu fühlen wie in der Situation, in der ich etwas geschafft habe - und was passiert? Man schafft den wohl wichtigsten Schritt für die Motivation, man kommt aus dem Denken heraus und "fühlt". Vom Kopf her zu sagen "das will ich" ist einfach, aber genau so einfach ist es dann, auch wieder aufzuhören. Das ist Theorie, nicht mehr.
Selbstmotivation ist die Fähigkeit, sich positive Gefühle in Erinnerung zu rufen
Selbstmotivation ist die Fähigkeit, sich positive Gefühle in Erinnerung zu rufen, die man unbedingt wieder erleben will; auch dann, wenn es schwer wird. Vielleicht sogar gerade dann, wenn es schwer wird. Dieses positive Gefühl, das ich immer und immer wieder haben will, motiviert mich, auch in den kleinsten alltäglichen Dingen das Beste zu geben. Angefangen beim morgendlichen Vorbereiten auf den Tag, das gemeinsame Frühstück mit der Familie, meine Arbeit, der Kontakt zu anderen Menschen, Ehemann und Vater zu sein und mit Leidenschaft meinen Sport betreiben zu dürfen.
Visualisieren Sie Ihre Ziele
Visualisieren seiner Ziele ist sehr hilfreich. Wenn ich mir vornehme, einen Ironman-Wettkampf zu absolvieren, benötige ich in der Regel einen dreimonatigen Trainingsaufbau. Das hört sich nicht lange an, aber um die Spannung zu halten, klebe ich mir an verschiedene Orte Zettel mit dem Termin des Rennens. Falls mir dann tatsächlich die Lust zum Training fehlt, wird mir einer dieser Zettel ins Auge fallen. Und schon meldet sich das schlechte Gewissen. Aber vor allem die Vorstellung, dass meine Gegner in diesem Moment für das Rennen trainieren, treibt mich an.
Sagen Sie sich bei allem, was Sie tun und ändern wollen: "Ich will" - "Ich kann" - "Ich werde". Alles andere ist nichts weiter als eine Ausrede. Machen Sie sich nicht von anderen abhängig oder finden Entschuldigungen an äußeren Gegebenheiten. Beim Thema Motivation, egal in welchen Bereichen, geht es allein um eine Person: um Sie selbst.
Grenzen erkennen und akzeptieren
Bei aller Motivation muss und sollte man seine eigenen Grenzen erkennen und auch akzeptieren. Ich wurde nach meinem ersten Waldlauf auch nicht gleich zum Ironman. Ich benötigte viele Jahre, um dort hinzugelangen. Auch bei meinen heutigen Vorträgen vor vielen hundert Menschen hätte ich mir früher sicherlich in die Hose gemacht. Alles braucht seine Zeit. Setzen Sie sich kleine Ziele und freuen sich auf Erreichtes. Zu hoch gesteckte Ziele demotivieren, und man kommt schnell zu dem Ergebnis: Das schaffe ich sowieso nie.
Das Leben ist nicht immer leicht
Motivation und das Erreichen von Zielen ist sicherlich nicht leicht. Aber wer sagt, dass das Leben immer leicht sein muss? Ich glaube nicht, dass man alles schaffen kann, was man will, aber vieles, und das, was man erreicht, macht Mut und gibt Kraft, neue und vielleicht zuvor unmöglich erschienene Ziele in Angriff zu nehmen.
Sie glauben mir nicht? Dann versuchen Sie mich vom Gegenteil zu überzeugen! Ich freue mich darauf.
Checkliste Selbstmotivation
- Fragen Sie sich als erstes: Motivation - wofür?
- Setzen Sie sich klare Ziele, weichen Sie nicht aus!
- Geben Sie sich die nötige Zeit, Ihre Ziele in kleinen Etappen zu erreichen.
- Finden Sie Ihre Stärken und akzeptieren Sie Ihre Schwächen.
- Entwickeln Sie ein Gefühl dafür, was geschieht, wenn Sie Ihr Ziel erreichen. Zum Beispiel: Wenn Sie wissen, dass Sie ein leckeres Eis essen werden, freuen Sie sich im Vorfeld auch darauf.
- Versuchen Sie im Vorfeld, auftretende Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Zum Beispiel: Wenn ich abnehmen will, gehe ich zuvor nicht einkaufen.
- Visualisieren Sie Ihre Ziele, schreiben Sie sich eine Marschroute und streichen Erreichtes ab.
- Nehmen Sie sich ernst und genießen jedes erreichte Ziel.
- Motivation bedeutet etwas zu tun. "TUN" umgedreht steht für Sie ab heute für folgende Abkürzung : "Nicht Unnötig Trödeln"!