Was passiert bei einer Impfung?

Bei einer Impfung nutzt der Körper seine eigene Abwehrstrategie: Er wird gezielt mit den im Impfstoff enthaltenen abgeschwächten oder abgetöteten Krankheitserregern oder Bruchstücken der Krankheitserreger in Kontakt gebracht, um die Bildung von Antikörpern auszulösen.

 

Aktive Immunisierung

Bei der aktiven Immunisierung muss die körpereigene Abwehr selbst aktiv werden. Sie reagiert bei solch einer Impfung auf abgetötete beziehungsweise stark abgeschwächte Erreger oder deren Bruchstücke im Impfstoff. Diese können selbst keine oder nur eine milder verlaufende Erkrankung auslösen, regen aber den Körper zur Bildung von Antikörpern gegen diese Erreger an. Diese Reaktion dauert Tage bis Wochen.

 

Diese Antikörper schützen zu einem späteren Zeitpunkt vor einer bestimmten Infektionskrankheit. Nach der Grundimmunisierung hält die Schutzwirkung meist über mehrere Jahre an. Bei vielen Impfungen ist nach einiger Zeit eine Auffrischimpfung notwendig.

 

Passive Immunisierung

Bei der passiven Immunisierung bekommt die körpereigene Abwehr direkte Unterstützung. Der Impfstoff enthält Antikörper gegen bestimmte Erreger. Diese Antikörper stammen in der Regel von anderen Menschen, in seltenen Fällen auch von Tieren. Durch die passive Immunisierung entsteht ein sofortiger Schutz, der jedoch nur vorübergehend für einige Wochen bis maximal drei Monate anhält. Eine passive Immunisierung kann sinnvoll sein, wenn jemand mit einem Erreger in Kontakt gekommen ist, gegen den er nicht geimpft war.

 

Nutzen von Impfungen

Der Einzelne profitiert von einer Impfung, weil er vor bestimmten Infektionskrankheiten komplett geschützt ist oder nur leicht erkrankt. Besonders bei tödlich verlaufenden oder mit schweren Komplikationen einhergehenden Erkrankungen (etwa Tetanus oder Masern) ist dies wichtig.

 

Auch die Gemeinschaft hat einen großen Nutzen, wenn viele Menschen geimpft werden. Bei Erreichen hoher Durchimpfungsraten ist es möglich, einzelne Krankheitserreger erst regional und schließlich weltweit auszurotten. Gelungen ist dies bereits mit den Pocken. 1980 erklärte die WHO die Welt als "pockenfrei". Seitdem existieren die Erreger nur noch in zwei Laboratorien in Russland und den USA.

 

Bei konsequenter Durchführung der Impfung ist in naher Zukunft die Auslöschung der Kinderlähmung (Poliomyelitis) möglich. Die WHO hat auch die Ausrottung der Masern zum Ziel gesetzt, allerdings sind hier die Durchimpfungsraten noch deutlich zu niedrig, um dieses Ziel in den nächsten Jahren zu erreichen.

 

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