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Effiziente onkologische Versorgung aus Sicht einer Krankenkasse

 

Welche Veränderungsprozesse werden notwendig sein, um eine effiziente Versorgung für Tumorpatienten auch in Zukunft zu gewährleisten?

03. Oktober 2009, Heidelberg

 

Referent: Dr. Frank Verheyen

 

Einleitung

Schätzungen zufolge leben rund fünf Millionen Menschen in Deutschland, die eine Krebserkrankung hatten oder haben. Aufgrund der demographischen Entwicklung wird die Anzahl der onkologischen Neuerkrankungen in den nächsten Jahren deutlich steigen und Krebs absehbar die Todesursache Nummer eins. Das Krankheitsbild wandelt sich weiterhin in Richtung längerer Krankheitsepisoden mit den Charakteristika einer chronischen Erkrankung. Zudem differenziert sich das Behandlungsspektrum
weiter aus. Es müssen neue Kosten geschultert werden für teure Therapieformen wie bspw. den zunehmenden Einsatz monoklonaler Antikörper.

 

Zielsetzungen

Die besonderen Herausforderungen in der onkologischen Versorgung sind dabei auf verschiedenen Ebenen zu sehen:

  • Auf- bzw. auszubauen sind sektorübergreifende Versorgungsangebote, die von einem multidisziplinären holistischen Ansatz ausgehen und somit existierende Schnittstellenproblematiken minimieren. Ein Ansatzpunkt ist der Ausbau onkologischer Zentren, die flächendeckend als regionale Anlaufstellen eine qualitativ hochwertige Versorgung der Patienten gewährleisten.
  • Dabei gilt es, Transparenz zu wahren und neben der Struktur- und Prozessqualität die Ergebnisqualität entsprechend sicherzustellen. Ein bundesweites klinisches Krebsregister erscheint in diesem Zusammenhang zwingend erforderlich.
  • Sowohl bei der Therapieentscheidung als auch bei der Information über Früherkennungsmaßnahmen ist der evidenzbasierten Patienteninformation und dem Prozess der partizipativen Entscheidungsfindung besonderes Gewicht einzuräumen.
  • Die evidenzbasierte Kosten-Nutzen Betrachtung ist weiter auszubauen. Insbesondere im Rahmen der Arzneimitteltherapie bildet diese das Fundament einer effizienten Versorgung. Das System muss zugänglich bleiben für echte Innovationen, Scheininnovationen sind zu begrenzen.
  • Geeignete vertragliche Versorgungansätze (z.B. Integrierte Versorgung) zu realisieren, die gegebenenfalls in innovative Vergütungsformen münden (z.B. Pay for Perfomance).

     

Schlussfolgerungen

Der Weg hin zu einer optimierten und effizienten onkologischen Versorgung beinhaltet einen Veränderungsprozess, der nicht nur Leistungserbringer und Krankenkassen betrifft, sondern auch direkt den individuellen Patienten einbezieht. Es werden noch enorme Anstrengungen notwendig werden, um angesichts des Eingangs skizzierten Szenarios nachhaltige und praktikable Versorgungsformen zu implementieren.

 

Downloads:

Präsentation des Vortrags (PDF, 269 KB, nicht barrierefrei) Datei-Symbol

Abstract (PDF, 37 KB, nicht barrierefrei) Datei-Symbol

erstellt am 19.10.12

 
 
 

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