Demografischer Wandel - Sicht und Strategieansätze
Herausforderung für eine bedarfsgerechte und in einem günstigen Kosten-Nutzen-Verhältnis stehende Strategie
10. September 2009, Dresden
Referent: Dr. Frank Verheyen
Eine konstant niedrige Geburtenrate und der stetige Anstieg der Lebenserwartung in Deutschland, bewirken eine zunehmende Alterung der Bevölkerung. Diese Entwicklung wird in Zukunft nicht nur die Verteilung von Krankheitsbildern in der älteren Bevölkerung beeinflussen, sondern sich auch sektorübergreifend auf das Nachfragespektrum innerhalb des Gesundheitssystems auswirken.
Es gibt verschiedene Theorien, die zukünftige Krankheits- und Ressourcenverbrauchsszenarien versuchen abzubilden. Der Trend geht derzeit in die Richtung der sogenannten Kompressionsthese, der zu Folge verbesserte medizinische Maßnahmen und Lebensbedingungen, die beeinträchtigte (also in Krankheit verbrachte) Lebenszeit, ungeachtet der höheren Lebenserwartung, verringern. Demnach würde sich ein Anstieg der Krankheitskosten in Zukunft insbesondere auf das letzte Lebensjahr bzw. kurz vor dem Tod einstellen. Dennoch ergeben aktuelle Untersuchungen schon heute übereinstimmend, dass die Anzahl insbesondere chronischer Erkrankungen und Multimorbidität bei älteren Menschen über 65 Jahre zunehmen wird, verbunden mit der überdurchschnittlichen Zunahme der Folgen von Polymedikationen.
Aus diesen unterschiedlichen Aspekten, die mit der Alterung der Bevölkerung einhergehen, ergibt sich aus Kostenträgersicht für die zukünftige Versorgung dieser wachsenden Versichertengruppe, eine bedeutende Herausforderung für eine bedarfsgerechte und in einem günstigen Kosten-Nutzen-Verhältnis stehende Strategie.
So wird in Zukunft beispielsweise neben einer gesteuerten medizinischen Behandlung ebenso Aspekte der optimierten Patientenbetreuung und des Qualitäts- und Kostenmanagements wichtige Rolle spielen. Dieser Beitrag wird Einblicke in die Sichtweise und Wahrnehmung eines Kostenträgers im Hinblick auf die zunehmende Alterung der Gesellschaft geben sowie beispielhaft Strategieansätze erläutern, beides in Hinblick auf die Auswirkungen des demographischen Wandels, die sich neben der allgemeinen Datenlage auch innerhalb der eigenen Versichertengruppe widerspiegeln.
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