EbM & Individualisierte Medizin
12. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin
24.03. - 26.03.2011, Berlin
Auf der 12. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin (DNEbM) war das WINEG mit folgenden Beiträgen vertreten.
Wie misst man Patientenbeteiligung?
Symposium des Fachbereichs Patienteninformation und -beteiligung
Vorsitz:Norbert Donner-Banzhoff, Philipps-Universität Marburg
Hardy Müller, WINEG
Patientenbeteiligung ist eine essentielle Kernoperation der Evidenz-basierten Medizin, deren Ziel es ist, wissenschaftliche Evidenz zu bestimmten Fragestellungen an Patienten zu vermitteln und mit diesen im Rahmen medizinischer Entscheidungen zu erörtern. Patientenbeteiligung auf eine nicht hierarchische Kommunikationsstruktur zwischen Ärzten und Patienten zu reduzieren, ist daher nicht korrekt, da der Inhalt dieser Kommunikation nicht beliebig ist. Während die Kriterien für die Gestaltung medialer evidenzbasierter Patienteninformation zunehmend klarer definiert werden, gibt es wenig Klarheit darüber, wie eine entsprechende mündliche Kommunikation zu beurteilen ist.
Im Workshop wird der aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisstand zu Methoden der Messung von Patientenbeteiligung zusammengetragen.
Die Präsentationen der Vorträge finden Sie in Kürze auf der Seite des
Gesundheitsinformationen recherchieren und bewerten
Trainingskurs für Patientenberater und Selbsthilfevertreter
Referenten:
Dr. Sylvia Sänger, GesundheitsUni am Uniklinikum Jena
Hardy Müller, WINEG
Britta Lang, Deutsches Cochrane Zentrum Freiburg
Patientenberater und Vertreter von Selbsthilfeverbänden benötigen für ihre Beratungsleistungen Kenntnisse darüber, welche Internet-Quellen aktuelles und valides Wissen bieten und wie man die Qualität von Informationen einschätzen kann. Der Trainingskurs „Gesundheitsinformationen recherchieren, bewerten und vermitteln“ soll einen Schnelleinstieg in die wesentlichen Grundlagen hierzu bieten.
Didaktik: einführende Frontalvorträge, Diskussionen auf der Grundlage der Erfahrungen der Teilnehmer zu den einzelnen Sachverhalten, Kleingruppenarbeit.
Individualisierte Beratung zur Krebsfrüherkennung: Häufigkeit und Veränderung von Patientenbeteiligung nach Einführung finanzieller Anreize
Dirk Horenkamp-Sonntag, Maral Manouguian, Roland Linder, Hardy Müller, Frank Verheyen
Poster-Präsentation: Dirk Horenkamp-Sonntag
Im Rahmen der letzten Gesundheitsreform (GKV-WSG) war ursprünglich vorgesehen, dass sich für chronisch kranke Versicherte, die vor ihrer Erkrankung regelmäßig Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch genommen haben, die Zuzahlungsgrenze von zwei auf ein Prozent des jährlichen Haushaltseinkommens reduzieren sollte. Hierzu hat der GBA am 19.07.2007 beschlossen, dass für die Ermäßigung der Zuzahlungsgrenze nicht die Teilnahme an Gesundheits- und Krebsfrüherkennungsuntersuchungen verpflichtend ist sondern lediglich eine ärztliche Beratung darüber.
Die Auswirkungen dieses Beschlusses auf die Beteiligung von Patienten an der Krebsfrüherkennung werden in einem Vorher-Nachher-Vergleich analysiert.