Wirkt DMP qualitätsverbessernd? Eine empirische Untersuchung mittels Routinedaten

3. Kongress Qualitätsmessung und Qualitätsmanagement mit Routinedaten 2011

 

Potsdam, 20. September 2011

 

Referent: Prof. Dr. Roland Linder

 

Seit Einführung der Disease Management Programme (DMP) im Jahr 2003 wurden für die mit Abstand umfangreichste Bündelintervention in Deutschland mehrere Milliarden Euro aufgewendet, allein 2009 waren es ca. 1,1 Milliarden Euro. Bis heute fehlt eine fundierte wissenschaftliche Evaluation. Nachdem längere Zeit ein Nutzen vermutet wurde, mehren sich in letzter Zeit die Zweifel an der Sinnhaftigkeit der DMP in ihrer heutigen dokumentationslastigen Form. Auch die WINEG-Studie lässt einen deutlichen Nutzen des DMP nicht erkennen.

 

Untersucht wurden Routinedaten der Techniker Krankenkasse aus den Jahren 2006-2008 mit harten Endpunkten wie bspw. der Inzidenz von Schlaganfall, Herzinfarkt oder Niereninsuffizienz. Bewusst verzichtet wurde auf eine Auswertung der qualitativ diskussionswürdigen Daten aus der DMP-Dokumentation. Ausgehend von einem Propensity Score Interval Matching wurde ein ausgefeiltes Kontrollgruppendesign entwickelt und angewendet.

 

Angesichts der noch immer ungeklärten Studienlage und der immensen Programmkosten fordert die TK die bestmögliche Evidenz zur Nutzenbewertung von DMP. Diese ist durch eine kassenübergreifende Evaluation von GKV-Routinedaten vorstellbar, erfolgt idealerweise jedoch durch eine prospektive randomisierte Studie.

 

 

Download:

Abstract (PDF, 63 KB, nicht barrierefrei)

Präsentation (PDF, 1,2 MB, nicht barrierefrei)

 

 

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