Auch wenn die Pulpa bereits abgestorben ist und sich Bakterien im gesamten Wurzelkanalsystem angesiedelt haben, kann häufig noch eine Wurzelkanalbehandlung durchgeführt werden.
Wenn eine Karies nicht rechtzeitig vom Zahnarzt behandelt wird, sondern immer weiter in die Tiefe des Zahnes voranschreitet, bekommt man irgendwann Zahnschmerzen. Und diese können außerordentlich heftig und quälend sein. Dies ist ein Zeichen dafür, dass von den Bakterien abgegebene Giftstoffe die Pulpa (Zahnnerv) geschädigt haben, und diese mit einer Entzündung reagiert. Nur in den seltensten Fällen und nur ganz am Anfang der Symptome kann man eine entzündete Pulpa behandeln und ausheilen. In den allermeisten Fällen muss man die gesamte Pulpa aus der Zahnkrone und aus den Wurzelkanälen herausholen und eine Wurzelkanalbehandlung durchführen.
Bei diesem Behandlungsverfahren entfernt der Zahnarzt, mit ganz feinen kleinen Wurzelkanalinstrumenten, die Bakterien sowie totes Pulpamaterial aus den Wurzelkanälen. Unterstützend werden desinfizierende Lösungen und medikamentösen Zwischeneinlagen verwendet.
Ist der Zahn schmerzfrei und bakterienarm, werden die sauberen Wurzelkanäle mit einem geeigneten Material fest verschlossen.
Wird der Zahn nicht behandelt
Von einem erkrankten Zahn, bei dem die Pulpa abgestorben und mit unzähligen Bakterien durchsetzt ist, gelangen diese früher oder später auch in das die Wurzelspitze umgebende Körpergewebe. Dort bildet sich dann ein Entzündungsherd aus, der eine Gefahr für den gesamten Körper darstellt; denn von diesem Entzündungsherd können Bakterien und Giftstoffe in den Blutkreislauf und damit in den ganzen Körper gelangen.
Autor: Dr. Jan Behem, erstellt am 22.06.10