Fluoride als Nahrungsergänzungsmittel
Die Zufuhr von Fluoriden zum Zahn kann äußerlich wie auch systemisch, zum Beispiel in Tablettenform oder als Speisesalzzusatz, erfolgen.
Man sollte sich vom örtlichen Wasserwerk den Fluoridgehalt des Trinkwassers mitteilen lassen (Fluoridanamnese), da diese Werte regional stark schwanken können.
Eine Überdosierung von mehr als sechs Milligramm Fluorid pro Tag über einen längeren Zeitraum kann eine sogenannte Fluorose zur Folge haben. Diese beginnt häufig mit unregelmäßigen weißen, kosmetisch störenden Kalkflecken auf den Zähnen und führt äußerst selten bei sehr hoher Dosierung zu einer örtlichen Erweichung des Zahnschmelzes.
Bei der Verwendung von Fluoriden ist eine individuelle Fluoridanamnese unabdingbar, um eine Überdosierung zu vermeiden. Untersucht werden sollten besonders das Trinkwasser, das Mineralwasser und dessen Fluoridgehalt (Angaben auf dem Etikett), das verwendete Kochsalz (fluoridiert oder nicht), das Zahnputzverhalten (wenig, mäßig, gut) und der Fluoridgehalt der Zahnpasta.
Fluoride - Dosierungsempfehlungen
Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) gibt folgende Empfehlungen (Stand März 2006) zur Kariesprophylaxe mit Fluoriden (Gesamtmenge/Tag):
Fluoridkonzentration im Trinkwasser (Mineralwasser) und davon abhängig die Menge von Fluoriden, die zusätzlich gegeben werden können (in Milligramm):
<0,3 mg/l | 0,3 - 0,7mg/l | >0,7 mg/l | Alter |
|---|---|---|---|
keine | keine | keine | 0 bis 6 Monate |
0,25 | keine | keine | 6 bis 12 Monate |
0,25 | keine | keine | 1. bis 3. Lebensjahr |
0,50 | 0,25 | keine | 4. bis 7. Lebensjahr |
1,0 | 0,50 | keine | ab 7. Lebensjahr |
Zur Kariesprophylaxe werden folgende Gesamtfluorid-Mengen (natürliches Vorkommen, Trinkwasser, Lebensmittel, künstliche Zufuhr und so weiter) pro Tag empfohlen:
Alter und Geschlecht | mg pro Tag |
|---|---|
Säuglinge bis 6 Monate | 0,25 |
Säuglinge zwischen 6 und 12 Monaten | 0,5 |
Kleinkinder | 0,7 |
Kinder zwischen 3 und 8 Jahren | 1,1 |
männliche Jugendliche | 3,2 |
weibliche Jugendliche | 2,9 |
männliche Erwachsene | 3,8 |
weibliche Erwachsene | 3,1 |
erstellt am 25.02.03; zuletzt aktualisiert von Dr. med. dent. Eva-Katharina Essig am 12.10.11
Quelle: Dt. Ges. für Zahn-, Mund und Kieferheilkunde; Informationsstelle für Kariesprophylaxe