Vitamine allgemein
Vitamine werden auch als Lebenselixier bezeichnet. Sie halten fit und beugen Krankheiten vor.
Tatsächlich kann ohne sie der menschliche Organismus nicht überleben. Da sie vom Körper nicht oder nicht in genügender Menge produziert werden können und untereinander nicht austauschbar sind, müssen sie mit der täglichen Nahrung aufgenommen werden.
Doch wie viel davon? Und sollen auch bei ausgewogener Ernährung noch zusätzlich Vitamine in Tablettenform eingenommen werden?
Wasserlösliche Vitamine
Vitamin C
Vitamin C ist ein sogenannter Radikalenfänger. Ein Vitamin C-Mangel hat sowohl Folgen für das Knochengewebe als auch für das Zahnfleisch. Schwere Zahnfleischerkrankungen sind das klassische Symptom des Skorbuts und unterstreichen die essentielle Bedeutung dieses Vitamins für ein gesundes Zahnfleisch. Am Knochengewebe führt ein Vitamin C-Mangel zur Hemmung der Knochenbildung und zu Osteoporose. Daneben besitzt das Vitamin einen unterstützenden Einfluss auf das Immunsystem: Erniedrigte Vitamin C-Konzentrationen gehen mit einer Verschlechterung der Funktion der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und einer Erhöhung der Durchlässigkeit der Mundschleimhaut für bakterielle Toxine einher. Bestimmte Zellen der Immunabwehr, die Granulozyten, können etwa 50 Mal mehr als normale Körperzellen Vitamin C speichern. Man vermutet, dass sie dadurch entzündete Gebiete besser erreichen können. Einer finnischen Studie zufolge sind die Häufigkeit und die Tiefe der Zahnfleischtaschen direkt abhängig von der Vitamin C-Konzentration im Blut.
Hauptvorkommen in: Zitrusfrüchten, Paprika, Kiwi, Kartoffeln, Brokkoli, grünen Pflanzen, Milch und Leber; auch synthetisch erhältlich.
Empfohlene Tagesdosis: 90 bis 150 mg
Vitamin H
Das Vitamin H ist auch unter dem Namen Biotin bekannt. Es wird bei gesunder Darmflora von den körpereigenen Darmbakterien hergestellt und ist als Hautvitamin bekannt, da ein Mangel unter anderem zur Austrocknung von Haut und Schleimhäuten führt. Weitere Mangelsymptome sind Abgeschlagenheit und Parästhesien, beispielsweise ein Kribbelgefühl).
Vorkommen in: Hefe, Leber, Niere, Eigelb, Milch
Tagesbedarf: 0,1 bis 0,3 mg
Coenzym Q 10
Coenzym Q 10 ist eine sogenanntes Pseudovitamin (Ubichinon, Ferment des Kohlenhydratstoffwechsels, verantwortlich für die Kettenverzweigung bei der Stärkesynthese). Es ist ein körpereigener Stoff, der unerlässlich für die Energieproduktion jeder einzelnen Tier- und Pflanzenzelle ist. Es ist ein essentieller Faktor in der Atmungskette der Zelle. Ein alters- oder krankheitsbedingter Mangel führt zur Schwächung des gesamten Organismus. Umgekehrt kann die Zufuhr zusammen mit anderen Antioxidanzien besonders auf das Immunsystem eine stärkende Wirkung haben. Entzündetes Zahnfleisch weist einen Mangel an diesem Enzym auf. Auch die Leukozyten zeigen dann einen Mangel an diesem Stoff. Zur Anwendung kommen in der Zahnheilkunde Lutschtabletten als Substitution.
Folsäure
Folsäure ist ein vielseitiges Vitamin der Vitamin B-Gruppe. Der Körper braucht es zum Beispiel für die Teilung und Neubildung von Zellen. Von den meisten Menschen wird Folsäure in zu geringer Menge aufgenommen.
Fettlösliche Vitamine
Vitamin A
Vitamin A und seine Vorstufe Beta-Karotin, die auch als Provitamin A bezeichnet wird, werden zum Aufbau gesunder Schleimhäute benötigt. Eine Überdosierung von Vitamin A kann jedoch zu Gesundheitsschädigungen führen. Bei Beta-Karotin ist dieser Effekt nicht bekannt.
Hauptvorkommen in: Leber, Eiern, Butter, Fisch, Möhren, Paprika, Spinat, Feldsalat, Grünkohl, Aprikosen
Empfohlene Tagesdosis: 0,8 bis 1 mg (Vitamin A), etwa 4 mg (Beta-Karotin).
Der Bedarf ist besonders in der Schwangerschaft höher.
Vitamin D
Vitamin D wird auch als Sonnen-Vitamin bezeichnet. Es ist ein äußerst wichtiges Vitamin zur Zahn- und Knochenbildung. Ein Mangel zeigt sich im Krankheitsbild der Rachitis. Die Vorstufe dieses Vitamins wird im Körper selbst gebildet und unter dem Einfluss von UV-Licht in das Vitamin umgewandelt. Deshalb beruht ein Vitamin D-Mangel in der Regel auf einem Mangel an Sonnenlicht.
Vorkommen in: Leber, Milch, Eiern, Fisch
Empfohlene Tagesdosis: circa 5 Mikrogramm oder fünf bis zehn Minuten Sonnenlicht (oder künstliches UV-Licht).
Vitamin E
Dieses fettlösliche Vitamin wird auch Tocopherol genannt. Der Begriff Vitamin E bezeichnet eine Gruppe von mindestens sieben Vitaminen pflanzlichen Ursprungs. Biochemisch wirksam ist es als Redoxsystem zum Schutz gegen Oxidation von ungesättigten Fettsäuren. Zusätzlich ist ein Wirkungsmechanismus über den Hormonstoffwechsel (Prostaglandine
) bekannt: Prostaglandine vom Typ II sind an Zahnfleischentzündungen beteiligt; Vitamin E hemmt diese Synthese.
Hauptvorkommen in: Weizenkeimen, Baumwollsamen
Tagesbedarf: 12 bis 15 mg TÄ (=Tocopheroläquivalente).
Vitamin K
Vitamin K ist fettlöslich und wird vom Körper für gesunde Zähne, Knochenbildung, Blutgerinnung
, Wundheilung und Vitalität benötigt. Kommt es zu einem Mangel an Vitamin K, so verlängert sich die Zeit der Blutgerinnung. Auch Blutungen in verschiedenen Geweben und Organen, Verdauungsstörungen und chronische Lebererkrankungen sind möglich. Bei Säuglingen kann es zu Hirnblutungen kommen.
Hauptvorkommen in: Grünen Blattgemüsen, Salat, Milch, Joghurt, Fleisch.
Die Angaben für den täglichen Bedarf an Vitamin K werden unterschiedlich bewertet. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. empfiehlt für Frauen 65 µg und für Männer 80 µg täglich.
Säuglinge leiden häufig unter einem Vitamin K-Mangel, da Muttermilch nur einen geringen Vitamin K-Gehalt hat. Aus diesem Grund wird oft eine Vitamin K-Prophylaxe empfohlen.
erstellt am 25.02.03; zuletzt aktualisiert von Dr. med. dent. Eva-Katharina Essig am 19.09.11
Quelle: Dt. Ges. für Ernährung e.V. (DGE)