Einen großen Einfluss auf die Kommunikation haben sogenannte Altersstereotype. Das sind die Bilder und Klischees, die jeder mit bestimmten Altersgruppen verbindet. Die Gefahr dabei: Teammitglieder werden nicht mehr als Individuen angesehen, sondern nur noch in die Kategorien "Jung" oder "Alt" einsortiert. Mit diesen Kategorien sind bestimmte Annahmen über das Verhalten und Erwartungen verbunden, die negativ oder positiv sein können. Häufig sind sie eher negativ und gehen von Defiziten aus: zum Beispiel in Bezug auf die Schnelligkeit, Flexibilität oder Kreativität der älteren Mitarbeiter. Die gehen bei den jüngeren Kollegen häufig davon aus, dass diese zum Beispiel wenig entscheidungsfreudig seien oder weniger leistungsorientiert.

Solche Denkmuster werden meist automatisch aktiviert und können dazu führen, dass sich die Altersgruppen voneinander distanzieren. Die Kommunikation im Team funktioniert dann nicht mehr richtig. Die Folge: Die Mitarbeiter sind unzufrieden, Wissen und Erfahrung werden nicht mehr generationsübergreifend weitergegeben, Synergien finden nicht statt, Produktivität und Erfolg im Team lassen nach.

Gegenmaßnahme: Altersstereotype aufdecken

Um dem entgegenzuwirken, sollten Arbeitgeber ihre Mitarbeiter für das Phänomen der Altersstereotype sensibilisieren. Je mehr die Mitarbeiter darüber wissen und sich mit ihren eigenen Vorannahmen beschäftigen, desto eher können sie diese einordnen oder ignorieren. Vorgesetzte können den Prozess unterstützen, indem sie die Vorteile von Mehrgenerationenteams aufzeigen, die positiven Eigenschaften der Generationen hervorheben und den Wissenstransfer innerhalb des Teams unterstützen.

Ein aktueller Report des österreichischen Hernstein-Instituts für Management und Leadership zeigt, dass die meisten Unternehmen inzwischen den Wert des Wissens ihrer älteren Mitarbeiter erkannt haben: 81 Prozent gaben an, dass sie das Know-How zu schätzen wissen. Insbesondere kleinere Betriebe zeigen eine hohe Anerkennung. Bei großen Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern sieht es hingegen anders aus: Dort gaben dies gerade mal 25 Prozent an.

Erst ein Drittel der Unternehmen setzt aktiv Maßnahmen ein, um den Wissensschatz der älteren Mitarbeiter zu sichern. Führend ist dabei die IT- und Telekom-Branche. Hauptmaßnahmen zur Wissenssicherung sind Gespräche der Mitarbeiter untereinander, regelmäßige Austauschtermine, die Dokumentation des Wissens und Workshops oder Seminare. Mentoring-Programme setzen gerade mal zehn Prozent der befragten Unternehmen ein.

Betriebliche Gesundheitsförderung bei der TK: Demografie-Management

Da Unternehmen zukünftig einen immer größeren Anteil an älteren Erwerbstätigen beschäftigen werden, stehen sie vor der Herausforderung, ihre Arbeits- und Personalpolitik auf diesen Wandel auszurichten. Für Arbeitgeber ist es beispielsweise wichtig, geeignete Maßnahmen zu finden, wie sie die Gesundheit und die Beschäftigungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter erhalten können - ein Leben lang. Informationen der Techniker finden Sie im TK-Firmenkundenportal .