Schon seit Längerem ist die ärztliche Beratung per Telefon erlaubt. Seit 2018 gilt dies auch für die Fernbehandlung: Betriebsärzte können also zum Beispiel Videosprechstunden anbieten oder sich per Video zu Sitzungen des Arbeitsschutzausschusses dazu schalten. Sie können Webinare durchführen oder Unternehmen per Videokonferenz weltweit zu arbeitsmedizinischen Themen beraten.

Voraussetzungen für Online-Termine

Allerdings müssen sie dafür einige Voraussetzungen beachten: Telemedizin per Video funktioniert nur sicher und verlässlich, wenn die Technik dafür ausgereift ist. Dazu gehören eine ausreichende und stabile Internetverbindung sowie eine gute Bildqualität.

Bei der Übertragung muss außerdem ein höchstes Maß an Datensicherheit gewährleistet sein. Empfehlenswert ist deshalb die Zusammenarbeit mit einem zertifizierten Anbieter für Videosprechstunden.

Um beim Online-Gespräch mit dem Arzt die Privatsphäre sicherzustellen, ist ein separater Raum unabdingbar. Denn auch online unterliegt das Gespräch der Schweigepflicht.

Assistenz vor Ort liefert zu

Müssen diagnostische Befunde erhoben werden, kann es nötig sein, dass sich ein Assistent vor Ort aufhält, zum Beispiel um den Blutdruck zu messen oder ein EGK durchzuführen. Die Ergebnisse der Untersuchungen kann der Assistent dann online an den Arzt übermitteln, damit dieser die Auswertung vornimmt. Das ärztliche Beratungsgespräch mit dem Beschäftigten kann dann wieder per Video stattfinden.

Auch eine Einzelarbeitsplatzbeurteilung lässt sich meist gut aus der Ferne durchführen. So lassen sich zum Beispiel Fragen zur ergonomischen Gestaltung oder zu einzelnen Arbeitsabläufen mit Hilfe einer Videoübertragung beurteilen. 

Nicht alles geht online

Für die Online-Termine gibt es aber auch Grenzen: Sind beispielsweise körperliche Untersuchungen notwendig, geht das nur in einem persönlichen Termin. Bestimmte Auffälligkeiten kann ein Arzt eben nur im direkten persönlichen Kontakt wahrnehmen: zum Beispiel, ob ein Patient besonders riecht oder wie sich ein Gelenk anfühlt.