Maßnahmen, die vom Arbeitgeber im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung durchgeführt werden und das Ziel haben, den allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern, sind steuerlich befreit - und zwar bis zur Höhe von 500 Euro jährlich (§ 3 EStG).

Damit die Steuerbefreiung 2019 gilt, müssen diese Maßnahmen nun zertifiziert sein. Unter die Steuerbefreiung fallen Maßnahmen zur verhaltensbezogenen Prävention und Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung, die hinsichtlich Qualität, Zweckbindung, Zielgerichtetheit und Zertifizierung den Anforderungen der §§ 20 und 20b SGB V genügen.

Die Zertifizierung war bisher nicht Voraussetzung für die Steuerbefreiung und sorgt daher für eine leichte Verschärfung.

Was bedeutet dies für Unternehmen?

Für die individuums- und verhaltensbezogenen Maßnahmen wie zum Beispiel der Yogakurs, die Rückenschule etc. im Unternehmen muss der jeweilig durchführende Anbieter bzw. Kursleiter mit dem Präventionsangebot bei der Zentralen Prüfstelle Prävention zertifiziert sein. Zertifizierte Präventionsangebote finden Sie in der TK-Gesundheitskurssuche.

Für Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung wie beispielsweise ein Ergonomie- oder Führungskräftetraining kann die TK dies nur zertifizieren, wenn das Unternehmen im Vorfeld die TK beauftragt und die TK diese Maßnahmen auch umsetzt.

Für Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung, die Unternehmen ohne Einbindung der TK durchführen, kann keine Zertifizierung seitens der TK ausgestellt werden.

Aktuell wird auf Seiten des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung, dem Bundesministerium für Finanzen und dem Bundesministerium für Gesundheit nach einer möglichst unbürokratischen Lösung der Zertifizierungsproblematik gesucht.

Übergangsregelung für 2018 begonnene Maßnahmen

Für Gesundheitsmaßnahmen, die vor dem 1. Januar 2019 begonnen wurden und die nach der neuen Regelung unzertifiziert sind, hat der Gesetzgeber deshalb eine Übergangsregelung getroffen: Für bereits laufende Maßnahmen ist das Zertifizierungsverfahren erstmals maßgeblich für Sachbezüge, die nach dem 31. Dezember 2019 gewährt werden.

Das "Gesetz zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet und zur Änderung weiterer steuerliche Vorschriften" tritt in weiten Teilen zum 1. Januar 2019 in Kraft.