2018 stehen psychische Störungen erstmals an der Spitze der Fehlzeiten ( TK-Gesundheitsreport 2018 ). Auch wenn der Anteil der Fehltage bei den Frauen höher ist als bei den Männern, sind Männer durchschnittlich drei Tage länger krank als Frauen.

Männer erleben Belastungen anders als Frauen

Depressive Erkrankungen können vielfältige Ursachen haben. Dennoch zeigen wissenschaftliche Studien, dass jemand eher daran erkrankt, wenn er sich bei der Arbeit ständig schlecht fühlt oder unter einer hohen Belastung steht.

Weitere Gründe:

  • Belastungen werden von Männern und Frauen unterschiedlich erlebt - ebenso die Notwendigkeit, auf die eigene Gesundheit zu achten.
  • Wenn Männer auf ihre Gesundheit achten, tun sie dies weniger für sich selbst, sondern vielmehr um beruflich zu funktionieren.
  • Männern verhalten sich eher gesundheitsschädlich und neigen eher zum Risiko als Frauen.
  • Männer suchen sich seltener und später Hilfe. Dies könnte mit ihrer sozialen und kulturellen Prägung zusammenhängen.

Durch den Wandel in der Arbeitswelt und die fortschreitende Digitalisierung könnte das Erkrankungsrisiko sogar noch steigen. Umso wichtiger ist die Gesundheitsförderung im Unternehmen.

Das Modellprojekt: zielgruppengerechte Unterstützung für Unternehmen

Nötig sind daher erfolgreiche und bewährte Maßnahmen zur Gestaltung von Arbeitsbedingungen sowie besondere Unterstützungsangebote, um psychische Belastungen für männliche Beschäftigte zu reduzieren.

In einem Modellprojekt entwickelt die Techniker Krankenkasse zusammen mit der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V. (LVG & AFS) und der Uni Bielefeld Ansätze, wie die psychische Männergesundheit in der Arbeitswelt gestärkt werden kann.

Das Modellprojekt will Unternehmen konkret dabei unterstützen, die Gesundheitsförderung gendersensibel zu gestalten. Für psychisch belastete Männer werden Angebote entwickelt, die der Prävention dienen und der Lebenswelt der Zielgruppe gerecht werden. Diese Angebote werden den Unternehmen zur Verfügung gestellt.

Die Arbeit des Projekts steht dabei unter diesen drei Hauptfragen:

  • Was zeichnet "männergerechte" Präventionsansätze und Angebote zur psychischen Gesundheit in der Arbeitswelt aus?
  • Wie kann die Arbeitswelt für diese Zielgruppe gesundheitsförderlich gestaltet werden?
  • Wie kann man Männer für das Thema psychische Gesundheit begeistern?

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen (LVG & AFS).