Im Jahr 2060 werden voraussichtlich noch ca. 36 Millionen Erwerbsfähige dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Daran wird auch das aktuelle zuwanderungsbedingte Bevölkerungswachstum nichts ändern können. Dass sich die Folgen dieser Entwicklung zunehmend auf die Unternehmen auswirken, zeigt das aktuelle Trendbarometer Demografie Exzellenz 2018. 

Fachkräftemangel 2018: Tendenz steigend

65 Prozent der Unternehmen gaben an, dass sie den Fachkräftemangel bereits spüren. Zum Vergleich: In der letzten großen Demografie-Exzellenz-Studie von 2015 gaben nur 46 Prozent an, den Mangel wahrzunehmen. 74 Prozent der Befragten führen den aktuellen Mangel auch auf die demografische Entwicklung zurück.

Der demografische Wandel "wird in vielen Unternehmen immer noch sehr stark als kulturbezogene Herausforderung gesehen, bei der es vorrangig darum geht, tradierte Altersbilder und Stereotype zu überwinden. Strategische Schlussfolgerungen und Maßnahmen werden dagegen vernachlässigt", so Prof. Dr. Uwe Schirmer, Professor für Personalmanagement und Mitarbeiterführung und wissenschaftliche Leitung der Studie. 

Die Beschäftigungsfähigkeit erhalten

Durch den allmählichen Anstieg des Renteneintrittsalters bis 2029 und der damit verbundenen Ausdehnung der Lebensarbeitszeit
wird es für Unternehmen immer wichtiger, die Beschäftigungsfähigkeit ihrer Belegschaft zu erhalten. Die Unternehmen reagieren darauf vor allem mit der ergonomischen Gestaltung von Arbeitsplätzen und flexiblen Arbeitszeitmodellen. Es fehle jedoch die strategische Ausrichtung der Work-Life-Balance und des Gesundheitsmanagements, bemängelt die Studie.

Altersgerechte Anreizsysteme, die die individuellen Bedürfnisse der Beschäftigten berücksichtigen, würden ebenfalls noch zu wenig genutzt.

Eine Personalentwicklung, die auf Lebensphasen Rücksicht nimmt und in die Unternehmensstrategie integriert ist, kann den Kompetenzerhalt und Innovationsfähigkeit des Unternehmens unterstützen. Nach Ansicht der Studienautoren müssten altersgerechtes und arbeitsintegriertes Lernen noch professioneller ausgestaltet werden. Kompetenzmodelle würden noch zu wenig eingesetzt.

Folgen des demografischen Wandels aufzeigen

Damit Demografiemanagement in den Unternehmen eine größere Verbreitung finde, müssten 

  • die Unternehmen weiter informiert und individuell beraten werden,
  • externe Institutionen und Initiativen intensiver auf kleine Unternehmen zugehen,
  • bewährte Instrumente auch an die Bedürfnisse klein- und mittelständischer Unternehmen angepasst werden,
  • belastbare Controlling-Tools zur Erfassung und Berechnung des ökonomischen Nutzens entwickelt werden,
  • einer "Demografie-Müdigkeit" entgegengewirkt werden und
  • die Folgen des demografischen Wandels für die einzelnen Unternehmen aufgezeigt werden.

Trendbarometer 2018 nachlesen

Die komplette Studie "Trendbarometer Demografie Exzellenz 2018" können Sie auf der Seite des Demografie Exzellenz e.V. herunterladen und nachlesen.

Demografiemanagement: Die Techniker unterstützt

Mehr zum Demografiemanagement in Unternehmen finden Sie im TK-Firmenkundenportal .