Wie alles begann...

Seit vielen Jahren haben sich die Staatstheater Stuttgart, einer der größten Theaterbetriebe der Welt mit über 1.350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus 50 Nationen, auf den Weg gemacht, ein beispielhaftes Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) aufzubauen. Denn ein respektvoller Umgang miteinander und ein gesundes, motivierendes Betriebsklima sind ein wesentlicher Grundbaustein beim Erreichen bestmöglicher künstlerischer Leistungen bei den Vorstellungen in den Sparten Oper, Ballett und Schauspiel. Dieses Ziel kann nur mit Hilfe aller Beteiligten erreicht werden. 

An die Arbeit…

Seit Beginn des BGM-Projekts 2011 ist schon einiges passiert. Zu Anfang wurde der Arbeitskreis Gesundheit ins Leben gerufen. Er bildet das Steuerungsgremium für das BGM. Über die Jahre wurden Analysen durchgeführt, um ein bessere Wissensgrundlage zu bekommen, wo Ressourcen gestärkt und Belastungen verringert werden können. Zu den Analysetools gehören unter anderem eine Analyse der Fehlzeiten der TK-Versicherten (TK-Fehlzeitenbericht), moderierte Fokusgruppen, eine Auswertung der BEM-Fälle und Ergebnisse der psychischen Gefährdungsbeurteilungen inklusive von Expertenbeobachtungen. Die Auswertung dieser Ergebnisse bilden das Grundgerüst für die Entwicklung von zielgerichteten BGM-Maßnahmen. 

Steckbrief

Branche: Kunst, Unterhaltung und Erholung

Unternehmensgröße: über 1.000 Mitarbeiter

Standort: Baden-Württemberg

Fokus:

  • Demografie
  • Psychosoziale Gesundheit
  • Gesundheitsorientierte Personalführung/Führungsgrundsätze
  • Gesundheitskompetenz/-wissen
  • Gesundheitsförderung/-kurse/-tage/-aktionen
  • Chancengleichheit/Diversity/Willkommenskultur
  • Personalrecruiting/Auszubildende
  • BEM
  • Personalentwicklung/Qualitätsmanagement

Projektinhalt:

  • Aufbau Arbeitskreis Gesundheit
  • Aufbau eines Gesundheitscurriculums
  • Aufbau einer ganzheitlichen, wertorientierten BGM-Struktur
  • Ergonomie-Projekt

Laufzeit: 2011 - 2019

Vorhang auf…

Dank der langen Laufzeit des BGM-Projekts können die Staatstheater Stuttgart auf viele erfolgreiche Maßnahmen zurückblicken. So wurden die regelmäßig durchgeführten Gesundheitstage immer weiter optimiert und eine direkt an den individuellen Arbeitsplätzen stattfindende Ergonomieberatung eingeführt. Sportlich betätigen können sich die Mitarbeiter in den betriebseigenen Kursen zu Pilates und Yoga. Die Kantine der Staatstheater bieten gesunde Mahlzeiten an und wurde dafür mit dem Zertifikat "Job und fit" ausgezeichnet wurde. Auch die psychosoziale Gesundheit spielt im BGM-Portfolio eine wichtige Rolle, sodass die Beschäftigten individuelle Angebote zur Burnout-Prophylaxe aber auch Seminare zur Stärkung der persönlichen Resilienz und zur partnerschaftlichen Kommunikation nutzen können. Falls es dennoch mal nicht so läuft, wie es laufen sollte, können Mitarbeiter und Führungskräfte externe Moderationen, Coachings oder Mediationen in Anspruch nehmen. 

Die Staatstheater Stuttgart fördern Wertschätzung, gutes Betriebsklima, die Entwicklung der Beschäftigten hin zu erweiterter Fach-, Methoden- und Sozialkompetenz, eigenverantwortliches Handeln und die Gestaltung von nachvollziehbaren Arbeitsabläufen. Dies soll die bestmöglichen Rahmenbedingungen für künstlerischen Erfolg schaffen.

Erfolgsrezept…

Das BGM der Staatstheater Stuttgart orientiert sich stark an kommunizierten Werten und ist als verpflichtendes Managementsystem implementiert. Daraus resultiert eine enge Abstimmung der Personalentwicklung, des betrieblichen Eingliederungsmanagements, der betrieblichen Gesundheitsförderung, der Organisationsentwicklung, dem Qualitätsmanagement und dem Sozialreferat. Außerdem ist eine Dienstvereinbarung für die psychische Gefährdungsbeurteilung sowie für Mitarbeitergespräche eingeführt und das Thema "Gesundes Arbeiten" ist in die Führungsgrundsätze aufgenommen. 

Interview mit Johannes Egerer und Martina Lutz

Wieso haben Sie sich für die Einführung von BGM/BGF entschieden? 

Wir haben uns für die Einführung von BGM entschieden, weil wir im Zuge der Umsetzung des BEM sehr bald die Erfahrung gemacht haben, dass dieses nur in einem engen Zusammenhang mit einem werteorientierten, ganzheitlichen BGM gesehen werden kann. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das kostbarste Gut der Staatstheater Stuttgart. 

Was haben Sie sich von BGM erhofft? Was waren Ihre Wünsche und Ziele? 

Wir hatten mehrere Wünsche und Ziele für unser BGM. Zum einen wollten wir uns für die Herausforderungen des demografischen Wandels wappnen, aber auch die emotionale Bindung der Mitarbeiterschaft an unser Unternehmen stärken. Außerdem wollten wir unsere künstlerische Exzellenz sichern und uns als sehr attraktiver Arbeitgeber im öffentlichen Dienst bewähren. 

Wie hat die Belegschaft das Projekt aufgenommen oder mitgestaltet? 

Nur wenn wir nach innen und nach außen unserem Exzellenzanspruch genügen, sind wir als Organisation authentisch. Das spüren natürlich auch die Mitarbeiter. Die Veränderungen in der Organisation werden mehrheitlich sehr positiv wahrgenommen und die Mitarbeit bei den Beteiligungsformaten steigt stetig an. Die Ergebnisse aus den Beteiligungsformaten fließen kontinuierlich in den Veränderungsprozess ein und bilden einen wichtigen Baustein unserer BGM-Maßnahmen. 

Wie schätzen Sie den Erfolg des BGM-Programms ein? 

Das BGM ist dann erfolgreich, wenn auch die Mitarbeiterschaft eingebunden wird. Aus diesem Grund wurden in jüngster Zeit unterschiedliche Beteiligungsformate entwickelt mit deren Hilfe sich die Mitarbeiterschaft wertgeschätzt und ernstgenommen fühlt. Langfristig sichert nur eine gesunde, wertschätzende Organisation deren Existenz und Erfolg. Das BGM-Projekt ist langfristig angelegt. Gemeinsam mit der Techniker wurden elementare Prozesse angestoßen. Getreu dem Motto: "die lernenden Staatstheater" werden wir diesen Weg konsequent weitergehen. Hierbei ist der Erhalt einer Netzwerkpartnerschaft mit der Techniker sehr sinnvoll, damit auch unsere Organisation stets auf dem aktuellen Stand der Gesundheitsthemen ist. Das Fachwissen und die Kompetenz der Techniker ist einem solchen Prozess sehr förderlich. 

Warum würden Sie BGM/BGF weiterempfehlen? 

Wir würden BGM weiterempfehlen, weil nur eine an gesundheitlichen Werten orientierte Organisation in allen Bereichen auf Dauer erfolgreich überleben kann. Im Zuge des demografischen Wandels ist das ganzheitliche und werteorientierte BGM unverzichtbar, um alle Beschäftigten, langjährige wie auch neue, motivierend an ein Unternehmen binden zu können.

Sie haben Fragen?

Ihre An­sprech­part­ner

Die Staatstheater Stuttgart
Johannes Egerer 
Sozialreferent
Tel. 07 11 - 203 22 74
johannes.egerer@staatstheater-stuttgart.de 
www.staatstheater-stuttgart.de  

Martina Lutz
Sozialreferentin
Tel. 07 11 - 203 24 58
martina.lutz@staatstheater-stuttgart.de 
www.staatstheater-stuttgart.de  

Die Techniker 
Adrian Lenz 
Berater Betriebliches Gesundheitsmanagement 
Tel. 040 - 460 65 10 62 03
adrian.lenz@tk.de 
www.tk.de