Wie alles begann...

Pöyry Deutschland GmbH ist ein Engineering- und Consultingunternehmen mit Hauptsitz in Mannheim. Das Unternehmen unterstützt seine Kunden bei Projekten in den Bereichen Verkehr, Wasser, Umwelt, Digital Services, Industrie und Energie und beschäftigt etwa 520 Mitarbeiter an 16 Standorten in ganz Deutschland. Die Pöyry Deutschland GmbH ist Teil der ÅF Pöyry Gruppe.

Im Jahr 2013 startete Pöyry ein Projekt mit gesundheitsfördernden Maßnahmen, um die Mitarbeiterbindung zu erhöhen und den Krankenstand zu verringern. Es wurden bis 2014 insgesamt 18 Gesundheitstage zum Thema Stressprävention und Rückengesundheit an allen Standorten durchgeführt. Außerdem fand an jedem der 16 Standorte eine mindestens zwei Wochen andauernde Obstaktion statt sowie diverse Sportaktionen.

Was als Projekt mit gesundheitsfördernden Maßnahmen begann, hat sich bis heute zu einem systematischen BGM entwickelt.

Eine der wesentlichen Herausforderungen ist die dezentrale Struktur des Unternehmens. Es soll ein einheitlicher Prozess für die Umsetzung des BGM deutschlandweit implementiert werden. Die Zielgruppe besteht zu 65 Prozent aus männlichen Ingenieuren, die dem Thema teilweise kritisch gegenüberstehen. Hier galt es, die Mitarbeiter abzuholen und von den Vorteilen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements zu überzeugen.

An die Arbeit…

Die im Jahr 2015 gestartete Kooperation mit der Techniker sollte Pöyry dabei unterstützen, das BGM strategisch in Angriff zu nehmen. Zu diesem Zweck wurde ein BGM-Steuerkreis gegründet, zu dem neben dem kaufmännischen Geschäftsführer, der BGM-Managerin, dem Arbeitssicherheitsbeauftragten, der Kommunikationsbeauftragten, dem Betriebsratsvertreter, der HR-Leiterin und einem Geschäftsbereichsleiter auch die BGM-Beraterin und der Projektberater der Techniker gehören. Seitdem begleitet die Krankenkasse Pöyry über den gesamten Lernzyklus des Projektes hinweg und unterstützt den Aufbau der Strukturen sowie den Steuerkreis und das Multiplikatoren-Netzwerk. 

Dank der konsequenten Vorgehensweise und der kontinuierlichen Umsetzung konnten bereits 90 Prozent der beschlossenen Maßnahmen innerhalb eines Jahres umgesetzt werden. Unter anderem wurde das Angebot der Sozialleistungen für die Mitarbeitenden erweitert und die Arbeitsbedingungen über alle Standorte hinweg harmonisiert. Ein monatlich erscheinender Newsletter sorgt für eine verbesserte Kommunikation der aktuellen Neuigkeiten und vermittelt wichtige Informationen in kompakter Form.

Im September 2017 wurden Führungsleitlinien entwickelt, in denen auch das Thema "Gesundes Führen (Leitbild)" fest verankert ist. Im Januar 2018 wurde ein 180 Grad-Feedback durchgeführt und die identifizierten Handlungsfelder in Führungskräfteschulungen bearbeitet. Die Umsetzung der Maßnahmen zeigt außerdem Auswirkungen auf die Fehlzeiten, die sich im Vergleich zum Beginn des BGM bereits merklich verbessert haben.

Außerdem wurde im Zuge einer präventiveren Ausrichtung des Arbeitsschutzes eine EAP-Hotline eingerichtet. Und im Rahmen des deutschlandweiten Ergonomiekonzepts wurde das Mobilisationsprogramm "Back2Action" eingeführt.

Zahlreiche Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung werden bedarfsgerecht an allen Standorten aus dem jeweils eigenen Budget finanziert, zum Beispiel Firmenläufe, Rückenkurse, Obst- und Teeaktionen.

Steckbrief

Branche: Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen

Unternehmensgröße: bis 999 Mitarbeiter

Standort: mehrere Standorte

Fokus:

  • Demografie
  • Psychosoziale Gesundheit
  • Personalführung
  • Gesundheitskompetenz/-wissen
  • Gesundheitsförderung/-kurse/-tage/-aktionen
  • Arbeits- und Gesundheitsschutz
  • Personalrecruiting/Auszubildende
  • BEM

Projektinhalt:

  • Entwicklung eines Multiplikatoren-Konzepts für alle 16 Standorte
  • Multiplikatoren-Netzwerk und Ausbildung 
  • Befragung zur psychischen Gefährdung mit anschließenden Maßnahmen
  • Führungskräfteschulung 
  • BGF-Maßnahmen 
  • BGM-Konzept

Laufzeit: seit Juli 2014 bis Ende 2019

Vorhang auf…

Bei der Befragung zur psychischen Gefährdung konnte ein Rücklauf von 86 Prozent erreicht werden. Dadurch erhielten die identifizierten Themenfelder eine hohe Bedeutung für die Definition der einzuleitenden Maßnahmen. Das BGM wurde strategisch und ganzheitlich aufgesetzt, wodurch bereits 90 Prozent der gemeinsam mit den Standorten beschlossenen Maßnahmen erfolgreich umgesetzt werden konnten. 2019 wurde im Rahmen der Evaluation eine erneute Befragung mit einer Beteiligung von 72 Prozent durchgeführt: Es zeigten sich deutliche Verbesserungen über alle Themenfelder hinweg. Im Laufe der Zeit ließen sich durch die konsequente Umsetzung der Maßnahmen auch positive Veränderungen am Krankenstand sowie die Verringerung der Fluktuation wahrnehmen.

Im Jahr 2017 wurde die Gesundheit in die neu entwickelten Führungsleitlinien aufgenommen, was auch für eine zunehmende Sensibilisierung der Führungskräfte spricht. Außerdem wurde festgelegt, dass der Stellenwert, den die Gesundheit im Unternehmen hat, so bedeutend ist, dass diese als Wert ins Employer Branding mit aufgenommen wurde. Auch das Audit und die Auszeichnung mit dem Corporate Health Award Exzellenz-Siegel 2017/18 und die VBG-Bescheinigung "Gesundheit mit System" zeigen den Erfolg des BGMs bei Pöyry.

Erfolgsrezept…

Die interne und externe Wahrnehmung des BGM wurde kontinuierlich verbessert. Intern gilt es als Unterscheidungskriterium zu anderen Unternehmen, es konnten mehr Mitarbeiterzufriedenheit und ein geringerer Krankenstand erreicht werden. Extern wirksam ist vor allem die Auszeichnung mit dem CHA-Siegel 2017/18, sowie die VBG-Bescheinigung "Gesundheit mit System".

Da das BGM nachhaltig verankert und von der Geschäftsführung vorangebracht wird, ist es zum festen Bestandteil der Unternehmenskultur geworden. 2019 wurde ein BGM-Konzept verabschiedet, welches das BGM verbindlich im Leitbild des Unternehmens verankert.

Interview mit Susanne Kölb-Adam (BGM-Managerin)

Wieso haben Sie sich für die Einführung von BGM/BGF entschieden? 

Wir haben uns für ein umfassendes BGM entschieden, um die Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern. Außerdem hat der TK-Fehlzeitenbericht einen entscheidenden Impuls gegeben. 

Was haben Sie sich vom BGM erhofft? Was waren Ihre Wünsche und Ziele?

Unser Ziel war es, die Mitarbeiter nachhaltig für ihre Gesundheit zu sensibilisieren und das Thema Gesundheit fest im Unternehmen zu verankern.

Wieso haben Sie sich für eine Zusammenarbeit mit der TK entschieden? 

Zum einen sind über 50 Prozent unserer Mitarbeiter bei der TK versichert. Zum anderen war die Zusammenarbeit mit unserer BGM-Beraterin und weiteren externen Projektberatern der TK von Anfang an perfekt. 

Wie hat die Belegschaft das Projekt aufgenommen oder mitgestaltet?

Im Anschluss an die Befragung zur psychischen Gefährdungsbeurteilung wurden Workshops (Fokusgruppen) mit den Mitarbeitern durchgeführt. Zusätzlich wurden für die einzelnen Standortteams eigene Budgets aufgenommen, die die Multiplikatoren verwalten. Dadurch konnten die Mitarbeitenden sehr gut in das Projekt eingebunden werden.

Warum würden Sie BGM/BGF weiterempfehlen? 

Das BGM ist ein Benefit für alle Mitarbeiter. Die Mitarbeiterzufriedenheit kann dadurch gesteigert werden und sie dazu motivieren, aktiv für ihre Gesundheit zu werden. Das BGM unterstützt uns dabei, Stabilität bei den Herausforderungen des stetigen Wandels zu bieten.

Was hat Sie positiv überrascht? 

Wie engagiert wir unser Projekt in so kurzer Zeit gemeinsam vorangebracht haben.

Sie haben Fragen?

Ihre An­sprech­part­ner

Pöyry Deutschland GmbH 
Susanne Kölb-Adam
BGM-Managerin
Tel. 06 21 - 879 01 93
susanne.koelb-adam@poyry.com  
www.poyry.de  

Die Techniker
Petra Dann
Beraterin Betriebliches Gesundheitsmanagement 
Tel. 040 - 460 65 10 79 02
petra.dann@tk.de 
www.tk.de