"Die Arbeitswelt und die New Work-Transformation beinhalten umfangreiche Chancen für Unternehmen und Mitarbeitende. Gleichzeitig bürgen sie ungekannte Ansprüche und Herausforderungen an jeden einzelnen bezogen auf Change-Kompetenzen, Umgang mit Unsicherheit und netzwerkartige Formen der Zusammenarbeit etc. Die psychische Gesundheit gilt es vor diesem Hintergrund besonders zu schützen", sagt die Leadership-Expertin Prof. Dr. Heike Bruch. 

Im Februar 2019 hat TK-Vorstandsmitglied Karen Walkenhorst Führungskräfte verschiedener Unternehmen und wissenschaftlicher Einrichtungen nach Hamburg zu einer Talkrunde eingeladen. Ziel des Abends: eine lebendige und interessante Podiumsdiskussion zum Thema "New Work" und "Führung im Wandel".

"In einem wankenden Schiff fällt um, wer stillesteht, nicht wer sich bewegt" 

Mit dem Zitat des Schriftstellers Ludwig Börne wurde die Talkrunde eingeleitet: Im ersten Abschnitt diskutierten die Experten über die Themen "New Work-Transformation" und "Sinn erleben und Sinnstiftung" im beruflichen Kontext. 

Die Experten waren sich einig, dass wir in einer Zeit leben, in der ständige Veränderung zu einem Normalzustand geworden ist. Unternehmen setzen immer mehr auf fluide Strukturen, die nach Bedarf geformt und wieder aufgelöst werden, arbeiten agil und selbstorganisiert, Hierarchiestufen werden stetig abgebaut. Doch nicht jeder findet sich in der neuen Arbeitswelt zurecht, manche sehnen sich nach der "guten alten Zeit" oder nach Veränderungspausen. Um möglichst alle Mitarbeiter zu erreichen und auf dem neuen Weg mitzunehmen, ist es daher wichtig, Ziele nicht von oben herab vorzugeben. Mitarbeiter sollten an den Veränderungen beteiligt werden, um so die Lust auf das Neue zu wecken.

Das Thema Sinnstiftung spielt dabei eine große Rolle: Führungsvakuen müssen ausgefüllt und Mitarbeiter weiter zum Empowerment ermutigt werden. Musterlösungen gibt es noch nicht, Unternehmen befinden sich mitten im Wandel. Was sich aber abzeichne, so Prof. Bruch, sei die Notwendigkeit einer sinnorientierten, authentischen Führung, die zum jeweiligen Bereich passen müsse. Und: "Wir brauchen eine gemeinsame Sinnausrichtung, um die Aktivitäten der neuen Arbeitswelt zu einem gemeinsamen Ziel lenken zu können." 

Überlegen Sie einmal selbst: 

  • Welche Rolle spielt das Thema "Sinn" für Sie bei Ihrer Arbeit?
  • Wann erleben Sie als Führungskraft Sinn im Arbeitskontext?
  • Wie könnten Sie für sich selbst und für Ihre Mitarbeiter Sinn stiften?

Unsere Experten im Video

Die TK-Talkrunde fand am 13. Februar 2019 in Hamburg statt. Als Experten waren geladen:

  • Prof. Dr. Heike Bruch - Leadership-Professorin an der Universität St. Gallen, Expertin für Leadership, Energie und Kultur-Change
  • Dr. Sebastian Kunert - Partner der artop GmbH, Institut an der HU Berlin, Experte für das Thema Scheitern im Kontext von Führung, Organisationsentwicklung und Projektmanagement
  • Georg Tarne - Gründer des Sozialunternehmens "soulbottles", Experte für Selbstorganisation und Holacracy
  • Eric Knies - Geschäftsführer Pöyry Deutschland GmbH, Experte für das Thema Führung und Organisationsberatung sowie BGM

Durch den Abend führte die Moderatorin und Journalistin Gaby Papenburg.

In den Videos bekommen Sie einen ersten Einblick in die Diskussionsrunde. Den Anfang macht Prof. Heike Bruch zu den Themen "New-Work-Transformation" und "Sinn erleben".

Weitere Begriffserklärungen finden Sie in unserem TK-Wörterbuch "Führung im Wandel - New Work von A bis Z" und in den Kurzvideos unserer Experten.

In den nächsten Newsletter-Ausgaben stellen wir Ihnen die weiteren Themenblöcke der TK-Talkrunde vor: Als nächstes folgt das Thema "Fehlerkultur und Scheitern im beruflichen Kontext".