Wenige Klicks reichen aus, um für einen Einsatz im EU-Ausland eine A1-Bescheinigung zu erhalten: Über das Entgeltabrechnungsprogramm oder über sv.net kann die A1-Bescheinigung seit Jahresbeginn für Arbeitnehmer ausschließlich elektronisch beantragt werden. Das Formular wird automatisch an die zuständige Krankenkasse weitergeleitet, die die Voraussetzungen für die Ausstrahlung prüft. Der Softwareanbieter Haufe berichtet von einem erheblichen Anstieg der Anzahl von Anträgen, die sich mitunter verzehnfacht habe.

Nachbesserungen bei fehlerhaften Anträgen

Die Spitzenverbände der Sozialversicherungen haben im Verfahren zur elektronischen Beantragung Nachbesserungen vereinbart. So soll bei fehlerhaften Anträgen eine schnellere Rückmeldung erfolgen, indem sie künftig schon bei einer Übermittlung automatisch zurückgewiesen werden, etwa wenn die Angabe des Entsendungszeitraums mehr als 24 Monate beträgt. Dies soll ab 2020 gelten.

Bei anderen Bedingungen wie dem Entgeltanspruch gegenüber dem deutschen Arbeitgeber oder der arbeitsrechtlichen Anbindung muss der Sozialversicherungsträger den Einzelfall prüfen. Näheres geht aus der Verfahrensbeschreibung hervor, die der GKV-Spitzenverband gemeinsam mit den weiteren Sozialversicherungsträgern herausgegeben hat. Diese wurde zum 1. Juli 2019 aktualisiert.

Umfrage: Nur jeder Vierte reist mit A1

Trotz des erhöhten Aufkommens hat sich die A1-Bescheinigung offensichtlich bisher nicht als Standard-Dokument für Dienstreisen in der EU etabliert. In einer aktuellen Umfrage gab nur etwa jeder Vierte an, die Bescheinigung bei Aufenthalten in einem anderen EU-Land dabeizuhaben (27 Prozent). Dass es überhaupt eine solche Nachweispflicht bei dienstlichen Einsätzen im EU-Ausland gibt, wussten 44 Prozent der Befragten nicht. Das Unternehmen AirPlus International, Anbieter von Geschäftsreisemanagement-Lösungen, hatte in der Studie über 700 Geschäftsreisende aus neun Staaten befragt, etwa aus Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und der Schweiz.