Ein Mitarbeiter will früher in die Heimat zurückkehren als geplant. Was ist als Arbeitgeber zu tun?

Zunächst einmal sollte man die Gründe erörtern, denn ein vorzeitiger Abbruch kann sowohl private als auch berufliche Ursachen haben oder aber auch eine unerwartete Krisensituation im jeweiligen Entsendungsland. Wenn das Auswärtige Amt zum Verlassen des betreffenden Landes auffordert, ist eine Heimkehr personalpolitisch angezeigt. Ansonsten ist der Mitarbeiter aber an die vereinbarte Dauer der Auslandstätigkeit gebunden. Die Entsendung darf er daher grundsätzlich nicht einfach abbrechen.

Häufiges Problem ist die Tatsache, dass nach der vorzeitigen Rückkehr die Stelle besetzt ist. Wie kann man im Vorfeld der Entsendung die spätere Weiterbeschäftigung regeln?

Sie sollten im Vorfeld eine detaillierte Vereinbarung für diesen Fall treffen. Im Idealfall enthält die Entsendungsvereinbarung eine Klausel, die die Weiterbeschäftigung und Vergütung bei einem vorzeitigen Abbruch beinhaltet. Konkret könnte so zum Beispiel eine arbeitgeberseitige Verpflichtung hinzugefügt werden, dem Arbeitnehmer nach einer frühzeitigen Rückkehr eine Position im Inland anzubieten, die der zuletzt ausgeübten Tätigkeit entspricht.

Was ist, wenn die Rückkehr aufgrund von einer Pflichtverletzung im Entsendungsland erfolgt?

In der Regel wird das Arbeitsverhältnis in Deutschland bei einer längerfristigen Auslandsentsendung ruhend gestellt und parallel ein weiterer Arbeitsvertrag mit der ausländischen Gesellschaft geschlossen. Compliance-Verstöße oder Fehlverhalten während der Entsendung können dann Anlass dazu sein, nicht nur das ausländische Verhältnis zu kündigen, sondern auch den Arbeitsvertrag im Heimatland auflösen.