Das Schreiben des GKV-Spitzenverbands vom 23. März 2021 legt fest: Der Zugang zu einer Anwartschaftsversicherung muss unabhängig davon gewährt werden, ob eine Person ihren Wohnsitz im Geltungsbereich des Sozialgesetzbuches hat. 

So ist eine Anwartschaftsversicherung möglich, wenn

  • Personen, die nach der Rückkehr aus dem Ausland von der Auffangversicherungspflicht nach § 5 Abs. 1 Nr. 13 SGB V aufgrund des Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze ausgeschlossen sind und die sonstigen Voraussetzungen für einen freiwilligen Beitritt nicht erfüllen.
  • Personen ihren Wohnsitz für einen längeren, zeitlich unbegrenzten Aufenthalt im Ausland verlegen, sich aber die Rückkehroption nach Deutschland aufrechterhalten wollen.

Wohnsitz oder Aufenthalt im Ausland

Verlegt jemand seinen Wohnsitz ins Ausland, ist innerhalb von drei Monaten ein formloser Antrag gegenüber der zuletzt zuständigen Krankenkasse zu stellen. 

Entsandte Arbeitnehmer

Bei beruflich bedingten Auslandsaufenthalten ist eine Anwartschaftsversicherung für die Mitarbeiter durchaus möglich. Voraussetzung ist, dass keine Leistungen - auch nicht im Rahmen der Sachleistungsaushilfe in anderen Staaten - in Anspruch genommen werden. Ferner muss der Krankenversicherungsschutz anderweitig sichergestellt werden. Dies gilt auch, wenn Familienangehörige mitreisen. 

Die Beendigung der Anwartschaftsversicherung zugunsten einer vollwertigen freiwilligen Mitgliedschaft während nur vorübergehender Inlandsaufenthalte (Besuchszwecke) ist ausgeschlossen. 

Achtung: Sofern familienversicherte Angehörige in Deutschland bleiben (beispielsweise studierende Kinder), kann keine Anwartschaftsversicherung für die Entsendung durchgeführt werden.