Eigentlich gilt seit 1973 ein Anwerbestopp, das heißt, ausländische Arbeitnehmer aus Drittstaaten dürfen in Deutschland nicht arbeiten. Ausnahmen sind jedoch im Rahmen des Aufenthaltsgesetzes oder der Beschäftigungsverordnung möglich. 

Demnach können Arbeitnehmer aus EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz gemäß der Arbeitnehmerfreizügigkeit jederzeit in Deutschland beschäftigt werden. 

Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit

Sind die Bedingungen erfüllt, brauchen Drittstaatler ein Visum oder einen Aufenthaltstitel mit einer Beschäftigungserlaubnis, um eine Arbeit in Deutschland aufzunehmen. 

Arbeitgeber sollten beachten, dass dafür in einigen Fällen die Zustimmung durch die Bundesagentur für Arbeit nötig ist. 

Eine umfassende Übersicht, in welchen Fällen eine Zustimmung seitens der Bundesagentur für Arbeit nötig ist, hat diese in einem Merkblatt zusammengestellt.

Für die Zustimmung ist erforderlich, dass

  • die Beschäftigung des Drittstaatlers keine negativen Auswirkungen auf den lokalen Arbeits- und Wirtschaftsmarkt hat.
  • kein Arbeitnehmer aus Deutschland, der EU oder dem EWR die Stelle besetzen kann. 
  • die Arbeitsbedingungen den deutschen Arbeitnehmerrichtlinien entsprechen.
  • sich die Zustimmung sich auf eine konkrete Beschäftigung bei einem bestimmten Arbeitgeber bezieht.

Übrigens: Arbeitgeber können den Prozess beschleunigen, indem sie das Vorabzustimmungsverfahren nutzen.

Sonderfall Gesundheits- und Pflegeberufe

Grundsätzlich gelten für Gesundheits- und Pflegefachkräfte aus Drittstaaten dieselben Voraussetzungen wie für alle anderen Fachkräfte. 

Wer jedoch dringend Fachkräfte braucht und deswegen international aktiv sucht, sollte darauf achten, dass Deutschland auf Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation ein Rekrutierungs- und Vermittlungsverbot für bestimmte Staaten ausgesprochen hat (Anlage zu § 38 Beschäftigungsverordnung). 

Aus diesen Ländern, zu denen unter anderem Afghanistan, Ghana und Nepal gehören, darf nur die Bundesagentur für Arbeit Fachkräfte anwerben und vermitteln.

Frühzeitige Beantragung von Visum und Aufenthaltserlaubnis

Damit ausländische Arbeitnehmer ihre Beschäftigungen aufnehmen können, benötigen sie ab dem ersten Tag eine Aufenthaltserlaubnis mit Beschäftigungserlaubnis. Diese muss diese vor der Arbeitsaufnahme erteilt werden. 

In den meisten Fällen muss der Antrag für das Arbeitsvisum noch im Heimatstaat des Arbeitnehmers gestellt werden, da eine Einreise ohne den Nachweis nicht möglich ist. 

Lediglich Mitglieder der sogenannten "privilegierten Nationen" wie beispielsweise Staatsangehörige Neuseelands, Südkoreas oder Israels können als Touristen einreisen und die Aufenthalts- und Beschäftigungserlaubnis bei der zuständigen Ausländerbehörde in Deutschland beantragen. 

Unabhängig davon, ob das Arbeitsvisum im In- oder Ausland beantragt wird, handelt es sich häufig um einen zeitintensiven Prozess. Daher sollte man damit so früh wie möglich beginnen. 

Stellen Arbeitgeber ausländische Fachkräfte nach dem neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG) ein, kann der Prozess durch das neue beschleunigte Verfahren schneller vorangetrieben werden. Wichtig zu wissen: Das Verfahren ist kostenpflichtig - unabhängig vom Erfolg.

Auf seiner Internetseite bietet das Auswärtige Amt einen Visa-Navigator an, der dabei hilft, das richtige Visum zu beantragen.

Informationen zu den einzelnen Visa finden Sie außerdem auf der Seite make-it-in-germany.com, dem Informationsportal der Bundesregierung für ausländische Fachkräfte.

Anerkennung der Berufsqualifikation

Je nach Beruf und Herkunftsland muss der ausländische Berufsabschluss in Deutschland anerkannt werden, damit eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden kann. Bei den sogenannten reglementierten Berufen ist dies immer der Fall - dazu zählen zum Beispiel Berufe aus den Bereichen Gesundheit und Rechtsberatung sowie bestimmte Meister im Handwerk. 

Aber auch in den unreglementierten Berufen kann der ausländische Berufsabschluss gefordert sein. 

Detaillierte Informationen für Arbeitgeber sowie einen Anerkennungsfinder hat das Bundesinstitut für Berufsbildung im Informationsportal "Anerkennung in Deutschland" zusammengestellt.