Um bei Entsendungen eine doppelte Beitragszahlung sowohl im Heimat- als auch im Entsendeland zu vermeiden, gibt es bestimmte Regelungen des europäischen Gemeinschaftsrechts. Diese sehen vor, dass bei einer Entsendung in einen anderen EU-Staat oder nach Island, Liechtenstein, Norwegen oder in die Schweiz unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin allein die deutschen Rechtsvorschriften gelten. Dies muss der entsandte Mitarbeiter im Beschäftigungsstaat mit einer A1-Bescheinigung nachweisen.

Elektronisches Antragsverfahren für Arbeitgeber Pflicht

Bereits ab 2018 konnten A1-Bescheinigungen aus einigen Abrechnungsprogrammen heraus beantragt werden. Seit dem 1. Januar 2019 ist das Antrags- und Bescheinigungsverfahren für Arbeitgeber verpflichtend. 

Bis 30. Juni 2019: Ausnahmeregelung in begründeten Einzelfällen

In der ersten Phase des maschinellen Dialogverfahrens wurde davon ausgegangen, dass es trotz der Bemühungen der Arbeitgeber, Softwareersteller und der Sozialversicherung vereinzelt zu Problemen in der Umsetzung kommen konnte. Arbeitgeber waren möglicherweise im Einzelfall noch nicht in der Lage, maschinelle Anträge zu stellen. Daher ging man davon aus, dass sie auf etablierte Wege und auf den Papiervordruck zurückgreifen würden.

Um die Zurückweisung von Papieranträgen ab dem 1. Januar 2019 zu vermeiden, hatten die Spitzenorganisationen der Sozialversicherung in den Gemeinsamen Grundsätzen zum A1-Verfahren eine Ausnahmeregel geschaffen. 

Diese galt bis zum 30. Juni 2019 für alle Anträge gegenüber den Krankenkassen, der Deutschen Rentenversicherung, der Arbeitsgemeinschaft für berufsständische Versorgungseinrichtungen sowie für Anträge, die die DVKA entgegennimmt.

Seit 1. Juli 2019 müssen Arbeitgeber Anträge elektronisch stellen

Seit dem 1. Juli 2019 ist die Ausnahmeregelung entfallen. Arbeitgeber können A1-Anträge nur noch in elektronischer Form stellen. Dafür können sie zertifizierte Lohnabrechnungsprogramme verwenden oder die Anwendung sv.net . Wie Sie als Arbeitgeber Anträge über sv.net/standard unkompliziert stellen können, haben wir in unserem Artikel für Sie zusammengefasst.

A1-Arbeitskreis gestaltet das Verfahren weiter aus

Zur weiteren Ausgestaltung des Verfahrens wurde der neue Arbeitskreis A1 gegründet. Er ist mit Vertretern der antragsannehmenden Stellen, mit Arbeitgebervertretern und Experten der Spitzenorganisationen der Sozialversicherung besetzt und will Anpassungen im Verfahren bewerten sowie praxisgerecht umsetzen. Am 12. Dezember 2018 war der Startschuss für die erste Sitzung.

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