Während der Übergangsphase haben die verbleibenden EU-Staaten gemäß dem Abkommen vom November 2018 die Gelegenheit, die künftigen Beziehungen zum Vereinigten Königreich zum Beispiel durch gesonderte Verträge zu verhandeln. Bis zum 30. Juni 2020 kann vereinbart werden, die Übergangsphase zu verlängern, und zwar einmalig um maximal zwei Jahre bis zum 31. Dezember 2022.

In Bezug auf den Brexit sind für die internationale Beschäftigung folgende Hinweise von Interesse:

A1-Bescheinigungen

Die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland (DVKA) weist darauf hin, dass A1-Bescheinigungen, die bisher nur auf das maximale Datum 31. Januar 2020 datiert wurden, gegebenenfalls erneut beantragt werden müssen. 

Da die gemeinsamen Rechtsvorschriften zur sozialen Sicherheit bei einem geregelten Austritt bis zum 31.Dezember 2020 gelten, können A1-Bescheinigungen ebenfalls bis zu diesem Datum ausgestellt werden. 

Ist ein Mitarbeiter auch nach Ende der Übergangsphase im Vereinigten Königreich beschäftigt, können Sozialversicherungsträger bei Vorliegen der Voraussetzungen eine A1-Bescheinigung für maximal 24 Monate ausstellen.

Dies gilt allerdings nur in dem Fall, dass die Person den deutschen Rechtsvorschriften unterliegt, im Vereinigten Königreich arbeitet und sich ununterbrochen in dieser Situation befindet. Die Beschäftigung muss spätestens am 31. Dezember 2020, dem voraussichtlichen Ende der Übergangsphase, beginnen.

Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um den Brexit haben wir im TK-Service Ausland in einem gesonderten FAQ-Bereich zusammengestellt.

Anträge auf Einbürgerung

Die Bundesregierung weist darauf hin, dass auch beim Einbürgerungsrecht eine beiderseitige Schonfrist besteht. Stellt ein britischer Staatsbürger nach dem offiziellen Brexit einen Antrag auf Einbürgerung in Deutschland, soll er die bisherige Staatsangehörigkeit beibehalten dürfen, "auch wenn die Entscheidung über die Einbürgerung erst nach Ablauf des Übergangszeitraums erfolgt", heißt es auf der Webseite.

Informationen zu den aktuellen Gesetzgebungsverfahren bietet die Bundesregierung auf ihrer Internetseite.

Vorbereitungen für alle Fälle

"Die Bundesregierung bereitet sich weiterhin auf alle Austrittsszenarien vor, auch auf einen Austritt ohne Austrittsabkommen", erklärt das Bundesministerium für Arbeit und und Soziales (BMAS). Das Ministerium verweist auf Gesetzgebungen, die im Fall eines ungeregelten Austritts in Kraft treten.