"EU- und Nicht-EU-Bürger werden gleich behandelt", erklärt die britische Regierung bei der Vorstellung des Systems im Februar 2020. Man wolle insgesamt die Einwanderung reduzieren und "denjenigen mit den höchsten Qualifikationen und den größten Talenten höchste Priorität einräumen: Wissenschaftlern, Ingenieuren, Akademikern und anderen hoch qualifizierten Arbeitskräften".

Das neue System soll schrittweise eingeführt werden und enthält unter anderem folgende Regeln:

Jahresgehalt

Um im Vereinigten Königreich leben und arbeiten zu können, müssen Kandidaten ein Jobangebot bei einem anerkannten Arbeitgeber mit einem Jahresgehalt von mindestens 25.600 britischen Pfund vorweisen. 

Mangelberufe

Beim Gehalt gibt es einen gewissen Verhandlungsspielraum: Wer in einem der von der Regierung definierten Mangelberufe arbeitet, kann auch bei einem niedrigeren Gehalt einreisen - die Untergrenze liegt allerdings bei 20.480 britischen Pfund.

Qualifikationsniveau

Nicht verhandelbar ist die Forderung, dass das Jobangebot einem angemessenen Qualifikationsniveau entspricht. Kandidaten müssen außerdem die englische Sprache auf dem benötigten Niveau beherrschen.

Zusätzliche Punkte

Zusätzliche Punkte können sich Kandidaten etwa mit einem Doktortitel oder einem höheren Gehalt sichern - laut Regierung biete dies "einfache, effektive und flexible Möglichkeiten für die Arbeitsaufnahme". 

"Ich erkenne an, dass EU-Bürger, die ihr Leben im Vereinigten Königreich geführt haben, sich vielleicht unsicher fühlen, was dieses neue System für sie bedeutet", erklärte der für Einwanderung zuständige Innenminister Kevin Foster Anfang März 2020 in Bezug auf die neuen Pläne. "Ich möchte sie durch das EU-Settlement-Scheme beruhigen - ihre Rechte sind bereits im britischen Recht garantiert." 

Das Ministerium ermutigt Bürger aus der EU, dem EWR und der Schweiz sowie ihre Familienangehörigen, einen Antrag beim EU-Settlement Scheme zu stellen. EU-Bürger, die vor dem 31. Dezember 2020 im Vereinigten Königreich ansässig waren, können sich bis zum 30. Juni 2021 bewerben.  

Verhandlungen gestartet

Unterdessen bemühen sich die Verhandlungsführer der EU und die britische Regierung um vertragliche Regelungen für die Zeit nach dem 31. Dezember 2020, wenn das Vereinigte Königreich endgültig den EU-Binnenmarkt verlässt. 

Dazu gehört auch die Frage der künftigen sozialen Absicherung von entsandten Arbeitnehmern und Geschäftsreisenden. Laut einer Stellungnahme begrüßt die britische Regierung grundsätzlich Vereinbarungen, etwa zur Vermeidung doppelter Beitragszahlungen. "Jedes Abkommen sollte in seiner Art den Abkommen ähneln, die das Vereinigte Königreich bereits mit Ländern außerhalb der EU abgeschlossen hat, und die die Autonomie des Vereinigten Königreichs respektieren, seine eigenen Regeln für die soziale Sicherheit festzulegen", heißt es in dem Dokument.

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