Laut dem Statistischen Bundesamt beliefen sich im vergangenen Jahr die Importe von Waren aus dem Vereinigten Königreich nur noch auf 32 Milliarden Euro. Dies sei ein Rückgang von 8,5 Prozent zum Vorjahr und ein neuer Tiefstand seit 2003. Mit etwa 65 Milliarden Euro sind auch die deutschen Exporte auf die Insel so niedrig wie zuletzt 2010. Vor dem Brexit-Referendum betrug der Höchstwert rund 89 Milliarden Euro.

DIHK: 2022 ist mit weiterem Rückgang zu rechnen

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sagt für den weiteren Jahresverlauf eine Fortführung des Negativtrends voraus. Es bestünde sogar die Möglichkeit, dass das Vereinigte Königreich - das vor dem Brexit der fünftgrößte Handelspartner Deutschlands war - aus den Top Ten herausfällt. 

Brexit-Bilanz bislang negativ

Der EU-Austritt des Vereinigten Königreichs gehört laut Industrievertretern zu den größten Verursachern des Handelsrückgangs. Erhöhte Transaktionskosten und Abweichungen von EU-Regeln und Standards seien mit zusätzlichen Kosten verbunden. Auch eine jüngst veröffentlichte Untersuchung des britischen Parlaments kommt zu dem Schluss, dass der Brexit bislang vor allem mit erhöhten Kosten und Verzögerungen in Verbindung steht. Das beim Referendum erhoffte Wirtschaftswachstum bliebe demnach bisher aus.