"Nur elf Prozent der Landfläche Chinas können landwirtschaftlich genutzt werden. Immer wieder kam es deshalb zu Hungerkatastrophen. Ausreichende Ernährung war in der Geschichte Chinas nie selbstverständlich. Dementsprechend wichtig war und ist das Thema Essen", erklärt Asien-Expertin Dr. Hanne Seelmann-Holzmann. In ihrem aktuellen Buch "Fit für Asien" hat sie 44 Tipps für den Geschäftserfolg zusammengestellt.

Essen in China: Gemeinsames Essen stiftet Gemeinschaft

Der Grund, warum das gemeinsame Essen eine große Rolle spielt, habe aber auch mit dem starken Sinn für Gemeinschaft zu tun. "Man sitzt an einem runden Tisch - das signalisiert Gleichheit. Natürlich ist die hierarchische Ordnung auch beim Essen nicht aufgehoben", so Seelmann-Holzmann. Die in Europa übliche Praxis, dass jeder ein eigenes Gericht bestellt, laufe dem Gemeinschaftsgedanken zuwider. 

Geschäftliche Dinge zwischen zwei Gängen zu besprechen, ist in Deutschland durchaus üblich - für Chinesen wäre dies ein No-Go. "Das Essen ist eine sehr private Situation, bei der man tunlichst nicht über Vertragsinhalte sprechen sollte", rät die Asien-Kennerin. "Beim gemeinsamen Essen möchte man auch die private Seite des westlichen Geschäftspartners kennenlernen. Der Small Talk beim Essen liefert Ihnen damit wertvolle Informationen über die Vorlieben Ihrer asiatischen Partner", erklärt die Asien-Expertin.

Belegte Brötchen? Lieber nicht ...

Auch beim Gegenbesuch in Deutschland mache es übrigens Sinn, hohen Wert auf die Bewirtung zu legen. Seelmann-Holzmann: "Belegte Brötchen und Brezen beim Mittagessen? Das ist keine gute Idee."