Eine solche Nichtrückkehr liegt demnach dann vor, wenn eine Rückfahrt an den Wohnsitz aus beruflichen Gründen nicht möglich oder nicht zumutbar ist.

Das Bundesfinanzministerium hat laut aktuellem Rundschreiben mit den Behörden in der Schweiz eine entsprechende Vereinbarung im Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) getroffen. 

Eine Nichtrückkehr liegt dann vor, 

  • wenn die kürzeste Straßenentfernung für die kürzeste einfache Wegstrecke mit dem Pkw über 100 Kilometer liegt
  • oder eine einfache Wegstrecke mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln länger als 1,5 Stunden beträgt.

Eine weitere Bedingung lautet, dass der Beschäftigte glaubhaft machen kann, dass er tatsächlich nicht nach Hause gefahren ist. 

Regelmäßige Nichtrückkehr an höchstens 60 Arbeitstagen

Laut Paragraf 15a des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Deutschland und der Schweiz steht bei Grenzgängern dem Ansässigkeitsstaat auch dann weiterhin die Besteuerung zu, wenn die Person regelmäßig an den Wohnsitz zurückkehrt. Eine solche regelmäßige Rückkehr wird auch dann noch unterstellt, wenn die Person nach Arbeitsende an höchstens 60 Arbeitstagen auf Grund ihrer Arbeitsausübung oder wegen Unzumutbarkeit der Rückkehr nicht an den Wohnsitz zurückkehrt.

Um den Artikel einheitlich anzuwenden und auszulegen, wurde die Konsultationsvereinbarung geschlossen. Sie gilt für Sachverhalte ab dem 1. Januar 2019.

"Finanzbehörden werden Nachweise einfordern"

Für viele Mitarbeiter in grenznahen Gebieten könnte diese neue, konkrete Auslegung des Paragraphen 15a nach Einschätzung von Steuerexperten von Bedeutung sein. "Da der Schweizer Steuersatz attraktiver ist als der deutsche, werden die deutschen Finanzbehörden sehr genau darauf achten, sich die tatsächliche Nichtrückkehr nachweisen zu lassen", schätzt Steuerberater Achim Siegmann, ein. Er ist Fachberater für internationales Steuerrecht bei der Steuerberatungsgesellschaft Lehleiter + Partner.