Durch die Corona-Pandemie waren viele Unternehmen gezwungen, ihre Arbeitsabläufe komplett neu zu strukturieren. Ob Homeoffice oder mobiles Arbeiten - Flexibilität war und ist gefragt. Die Motive für einen verlängerten Auslandsaufenthalt sind vielfältig und reichen von einem ausgeweiteten Aufenthalt in der Heimat bis hin zur Betreuung eines Familienmitgliedes. 

Möchte sich also ein Mitarbeiter für einen längeren Zeitraum im EU-Ausland aufhalten und von dort aus weiterhin für einen deutschen Arbeitgeber arbeiten, können auch in diesem Fall die Richtlinien einer klassischen Entsendung gelten.

Aktives Arbeitsverhältnis als Voraussetzung

Grundsätzlich unterliegt ein Mitarbeiter, der eine Beschäftigung innerhalb eines Mitgliedstaates ausübt, den Rechtsvorschriften ebenjenes Staates. Abweichende Regelungen gelten unter anderem für Personen, die in Deutschland beschäftigt sind und im Rahmen dieses Beschäftigungsverhältnisses für einen gewissen Zeitraum in einen anderen Mitgliedstaat entsandt werden. Damit eine Entsendung vorliegt, muss u.a. das Arbeitsverhältnis während des Auslandsaufenthaltes ausschließlich mit dem in Deutschland ansässigen Arbeitgeber bestehen, bestätigt die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland (DVKA) im Rundschreiben vom 07.07.2021: Entsendung auf Initiative eines Beschäftigten in EU, EWR, Schweiz und GB (PDF, 482 kB, nicht barrierefrei) .  

Unerlässlich: Vertragliche Vereinbarung

Zudem muss gewährleistet sein, dass schon unmittelbar vor der Entsendung die deutschen Rechtsvorschriften über die soziale Sicherheit anwendbar waren und dass der Einsatz - etwa durch eine vertragliche Vereinbarung - zeitlich befristet ist. 

Laut der DVKA ist es zwar für eine Entsendung unerlässlich, dass die beschäftigte Person weiterhin dem Direktionsrecht des deutschen Arbeitgebers unterliegt. Der deutschen Rechtsauffassung nach ist dies jedoch gegeben, wenn der Arbeitgeber mit der vorübergehenden Auslandstätigkeit einverstanden ist. 

Allerdings bleibt zu prüfen, ob bei einer Tätigkeit, die nicht vorübergehend, sondern gewöhnlich im Homeoffice beziehungsweise im Rahmen der mobilen Arbeit in mehr als einem Mitgliedstaat ausgeübt wird, die Voraussetzungen nach Artikel 13 VO (EG) 883/04 gegeben sind.