Die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland stellt auf ihrer Internetseite die Szenarien dar und verweist auf die rechtliche Situation bei einem Austritt ohne das mit der EU ausgehandelte Austrittsabkommen. Da die europäischen Verordnungen ab dem Austrittsdatum nicht mehr anwendbar sind, können - zumindest auf Basis der EU-Richtlinie - keine A1-Bescheinigungen ausgestellt werden.

Das gilt nach dem 1960er-Abkommen

Zugleich könne aus deutscher Sicht das deutsch-britische Sozialversicherungsabkommen aus dem Jahr 1960 fortbestehen. Die DVKA räumt ein: "Eine verbindliche Stellungnahme der britischen Seite zur Anwendbarkeit des Sozialversicherungsabkommens steht allerdings noch aus. Im Folgenden gehen wir von der Anwendbarkeit des Sozialversicherungsabkommens aus." 

Unter dem Punkt "Entsendung" erläutert die DVKA ausführlich, was im Sinne des Sozialversicherungsabkommens gilt: Demnach können für die ersten zwölf Monate einer Entsendung in das Vereinigte Königreich die deutschen Rechtsvorschriften über die Renten-, Unfall- und Krankenversicherung sowie das Kindergeld fortbestehen. 

Voraussetzungen:

  • Der Mitarbeiter arbeitet dort im Rahmen des in Deutschland bestehenden Beschäftigungsverhältnisses im Auftrag und auf Rechnung des Arbeitgebers.
  • Der gewöhnliche Aufenthalt befindet sich in Deutschland.
  • Die Entsendung ist im Voraus zeitlich befristet.

Eine Verlängerung des zwölfmonatigen Entsendezeitraums könne im Rahmen einer Ausnahmevereinbarung in Betracht kommen, heißt es weiter.

Der Antrag wird laut DVKA auch in Zukunft an die gesetzliche Krankenkasse beziehungsweise bei privat Versicherten an den Rentenversicherungsträger gestellt. Spezielle Fragebögen befinden sich gerade in Vorbereitung, so die DVKA. Arbeitgeber finden Fragen und Antworten zum Thema in der Rubrik "Arbeitgeber & Erwerbstätige".