Die Entscheidung, einen Mitarbeiter ins Ausland zu entsenden, ist in Zeiten internationaler Mobilität grundsätzlich kein Wagnis mehr. Für ein global agierendes Unternehmen gehören Expatriates - die oft abgekürzt als Expats bezeichnet werden - mittlerweile dazu. Doch wie gelingt es, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Entsendung von Mitarbeitern gleichermaßen als Erfolg werten? Die Antwort liegt auch im bewussten Aufbau einer Entsendungskultur im Unternehmen.

Personalmanagement

Ein ins Ausland entsandter hochqualifizierter Manager kostet - je nach Zielland - etwa drei bis sechsmal so viel wie sein Kollege, der im Heimatland bleibt. Gutes Personalmanagement kann die Weichen stellen in Bezug auf

  • die sorgfältige Auswahl und Vorbereitung eines geeigneten Mitarbeiters sowie
  • die Nutzung des gewonnenen Wissens nach einer erfolgreichen Entsendung.

Ein Mitarbeiter, der im Heimatland erfolgreich ist, bringt nicht zwingend auch im Ausland gute Ergebnisse. Deshalb ist es umso wichtiger, schon bei der Auswahl der Mitarbeiter auf die entsprechenden Eigenschaften zu achten. Die Formulierung der internen Stellenausschreibung kann bereits auf die wesentlichen Eigenschaften eines potenziellen Expats abzielen:

  • Aufgeschlossenheit und Toleranz gegenüber anderen Kulturen,
  • Anpassungsfähigkeit,
  • Kommunikationsfähigkeit,
  • Engagement für das eigene Unternehmen und
  • Führungskompetenz.

Daneben darf die individuelle Familiensituation nicht unbeachtet bleiben, denn womöglich spielt sie für den Erfolg im Ausland die größte Rolle. Häufig werden Entsendungen abgebrochen, weil sich der mitgereiste Partner nicht in der neuen Umgebung wohlfühlt oder keinen Job vor Ort findet.

Individuelle Vorbereitung

Andere Länder, andere Sitten: Bei einer Entsendung ins Ausland kann ein "Kulturschock" auch Auswirkungen auf die Motivation des Mitarbeiters und damit den Erfolg des Einsatzes haben. Deshalb ist eine gründliche und individuelle Vorbereitung erforderlich. Um kulturelle Differenzen zu erkennen, sollte der zu entsendende Mitarbeiter im Vorfeld sensibilisiert werden. Hier helfen zum Beispiel interkulturelle Trainings, die die eigenen kulturellen Werte und Verhaltensweisen berücksichtigen und hinterfragen sowie auf die Veränderungen im künftigen Einsatzland eingehen. Unternehmen können aber auch eigene Potenziale nutzen: Rückkehrer oder Landsleute aus dem Einsatzland können im persönlichen Erfahrungsaustausch im Vorfeld wertvolle Informationen für den künftigen Expat liefern.

Austausch fördern

Unternehmen, die regelmäßig Mitarbeiter entsenden, sollten ein Netzwerk aufbauen, in dem sich Rückkehrer mit neuen Entsendungskandidaten austauschen können. Der Erfahrungsaustausch zwischen Mitarbeitern ist eine einfache und kostengünstige Maßnahme und verbessert die Qualität zukünftiger Entsendungen.

Auf die Rückkehr vorbereiten

Damit ein Wissenstransfer stattfinden kann, müssen die zurückgekehrten Expatriates mit offenen Armen aufgenommen und reintegriert werden. Doch Studien zeigen, dass jeder vierte Expat sein Unternehmen schon im Jahr nach der Rückkehr verlässt. Damit geht nicht nur ein finanzieller Verlust einher, sondern auch eine Schwächung des Humankapitals. Wissen und Erfahrungen aus dem Auslandseinsatz gehen verloren, ein weitergehender Know-how-Transfer findet nicht statt. Das macht die Entsendung am Ende womöglich zu einem Verlustgeschäft.

Tipps, Checklisten und Workshops

Die Techniker unterstützt Firmenkunden seit vielen Jahren aktiv darin, die interkulturellen Aspekte in der Führung internationaler Teams zu fördern. Die Krankenkasse bietet zum Thema interkulturelle Kompetenz zum Beispiel Workshops, Gesundheitsbroschüren auf Englisch und Praxisseminare für Führungskräfte. Per E-Mail an gesundheitsmanagement@tk.de können Arbeitgeber den Kontakt zum Firmenkundenberater aufnehmen.

Auch stellen wir Ihnen verschiedene Checklisten zur Entsendung zur Verfügung.