Im aktuellen Jahresbericht vermeldet die EU-Kommission die Rekordzahl von fast 800.000 Studenten, Auszubildenden und Schülern, die mit Unterstützung der EU-Fördermittel im Ausland Erfahrungen sammelten. Allein aus Deutschland kamen 104.000 Teilnehmer. 

Mehr Frauen als Männer

Der Frauenanteil lag dabei mit 61 Prozent deutlich über dem der Männer mit 39 Prozent. Die meisten Teilnehmer des Programms stammten aus Frankreich, Deutschland und Spanien, die wiederum ihre Hospitation am liebsten in Spanien, Deutschland oder im Vereinigten Königreich verbrachten. 

Win-win-Situation für entsendende Unternehmen

Mobilitätsprojekte sind organisierte Lernaufenthalte im europäischen Ausland. Sie bieten die Gelegenheit, internationale Berufskompetenzen zu erwerben - sowohl für Lernende als auch für Lehrpersonal in der beruflichen Bildung.

Rechtlich gesehen ist der Auslandsaufenthalt ein Praktikum - das Ausbildungsgehalt wird weitergezahlt, und es werden keine Urlaubstage abgezogen, da es sich nur um eine Verlagerung des Lehrortes handelt. Das Programm Erasmus+ wird in Deutschland durch die Nationale Agentur (NA) beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) vertreten. 

Auf ihrer Webseite zeigt die NA anhand von Beispielfilmen, welchen Mehrwert eine Erasmus+-Teilnahme sowohl jungen Leuten als auch dem Unternehmen bietet. Auszubildende, Vorgesetzte und Teilnehmer aus dem Ausland kommen zu Wort.

Mobilitätscoaches stehen Firmen zur Seite

Wichtige Ansprechpartner für Unternehmen sind die Industrie- und Handelskammern sowie die Handwerkskammern. Bundesweit sind an die teilnehmenden Kammern sogenannte Mobilitätsberater angesiedelt, die Arbeitgeber bei der organisatorischen Aufgabe einer Auslandsentsendung von Auszubildenden unterstützen. 

"Unternehmen wissen oft nicht um die Möglichkeit, Auszubildende auch während der Ausbildung für ein Praktikum ins Ausland zu schicken. Wenn gewünscht, unterstützen wir mit unserem Netzwerk gern bei der Suche nach Partnerbetrieben im Ausland, einer Unterkunft und einem Sprachkurs oder akquirieren zusätzliche Fördermittel, um den Auslandsaufenthalt zu finanzieren - im Prinzip ein All-inclusive-Paket", sagt Tamara Moll von der Koordinierungsstelle beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag und Projektleiterin von "Berufsbildung ohne Grenzen". 

Das Netzwerk wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie öffentlich gefördert.