Der Expat Insider 2021 des Münchner Unternehmens InterNations basiert auf einer Befragung von mehr als 12.000 Expats weltweit. Neben allgemeinen statistischen Daten liefert die Studie Informationen über Arbeitsbedingungen,  Zufriedenheit und Zukunftswünsche von Expats - hilfreiche Einblicke besonders für entsendende Unternehmen. 

Deutsche Expats arbeiten und verdienen viel

Im Hinblick auf deutsche Expats zeigt der Expat Insider 2021: Deutsche im Ausland arbeiten zwar mehr als der weltweite Durchschnitt, erfreuen sich aber auch einer überdurchschnittlich hohen Bezahlung. 

Bei durchschnittlich 41,4 Wochenstunden (versus 39,9 Stunden weltweit) verdienen 39 Prozent der im Ausland erwerbstätigen Deutschen mindestens 100.000 USD pro Jahr (versus 23 Prozent weltweit). 

Der Anteil derjenigen, die ein Gehaltsniveau von 250.000 USD und mehr erreichen, ist mit sieben Prozent sogar mehr als doppelt so hoch wie der globale Durchschnitt (3 Prozent). 

Kreativität und Flexibilität wichtiger als Geld

Der Schritt ins Ausland zahlt sich also für viele Deutsche aus - der Studie zufolge jedoch nicht nur in finanzieller Hinsicht. Auf die Frage, was deutsche Expats an ihrem aktuellen Arbeitsverhältnis schätzen, wird der gute Verdienst erst an vierter Stelle genannt. 

Mehr als den monetären Aspekt oder mindestens ebenso schätzen die Befragten an ihrem derzeitigen Job Faktoren, die eng mit dem Arbeitstrend "New Work" verbunden sind, in erster Linie: 

  • kreative Aufgaben (36 Prozent),
  • die Möglichkeit, ortsunabhängig zu arbeiten (33 Prozent) sowie
  • flexible Arbeitszeiten (29 Prozent).

Homeoffice oder Büro? Deutsche sind für Abwechslung 

84 Prozent der im Ausland beschäftigten Deutschen ist es erlaubt, mobil zu arbeiten - vielfach infolge der Covid-19-Pandemie. So berichten 32 Prozent, seit Corona häufiger im Homeoffice arbeiten zu können. Bei 21 Prozent der Unternehmen, die deutsche Expats beschäftigen, wurde mobiles Arbeiten erst mit der Pandemie eingeführt und dauerhaft als Teil der Unternehmenskultur etabliert. 

Die Mehrheit der befragten Deutschen bewertet die Möglichkeit zu mobiler Arbeit positiv. Jedoch scheinen deutsche Expats eine Mischung aus Homeoffice und Büro zu bevorzugen. Ein Großteil (24 Prozent) arbeitet nur zwischen sechs und 15 Tagen im Monat mobil. Auch wird mobiles Arbeiten nicht an erster Stelle genannt, wenn deutsche Expats über ihre Zukunftswünsche sprechen. 

Blick in die Zukunft: Idealvorstellungen deutscher Expats 

Was ist Deutschen, die im Ausland tätig sind, im Hinblick auf ihr zukünftiges Arbeitsleben besonders wichtig? In diesem Zusammenhang werden zahlreiche Faktoren genannt, die schon aktuell wesentlich zur Arbeitszufriedenheit beitragen - jedoch in veränderter Relevanz. So legen die Befragten beim Blick in die Zukunft Wert auf 

  • eine gute Bezahlung und/oder gute Zusatzleistungen (50 Prozent),
  • eine gute Work-Life-Balance (48 Prozent),
  • kreative/interessante Aufgaben (42 Prozent),
  • flexible Arbeitszeiten (27 Prozent) sowie
  • mobiles Arbeiten/Homeoffice (19 Prozent).

Zielländer-Ranking: Deutschland nur Mittelfeld 

Anhand verschiedener Kriterien stellt der Expat Insider auch dar, welche Zielländer für Expats weltweit eine besonders hohe Lebensqualität haben. 

Deutschland erreicht im Gesamtergebnis nur Platz 36 von 59 Ländern. Während Deutschland in Bezug auf Jobsicherheit, Karrieremöglichkeiten und die wirtschaftliche Lage punktet, beurteilen Expats die Eingewöhnung hier als besonders schwierig. So fällt es ausländischen Arbeitnehmern schwer, sich in Deutschland zuhause zu fühlen und neue Kontakte zu knüpfen. Rund ein Viertel (26 Prozent) der befragten Expats empfinden die Deutschen als unfreundlich. Hinzu kommen sprachliche Hürden, die die Eingewöhnung in Deutschland in besonderem Maße erschweren. 

Häufige Kritikpunkte von Expats beziehen sich auch auf den hiesigen Stand der Digitalisierung. So vermissen 28 Prozent der hier lebenden Expats bargeldlose Zahlungsmöglichkeiten und 23 Prozent beklagen die unzureichende Geschwindigkeit deutscher Internetleitungen.