Für Entsandte gilt dann: Wer für ein "Corporate Member" im Ausland unterwegs ist, zahlt für sich oder auch den mitgereisten Partner keine Mitgliedsbeiträge und genießt besondere Angebote der InterNations Business Solutions.

Wir haben darüber mit InterNations-Gründer und CEO Malte Zeeck gesprochen.

InterNations ist bisher ja ein reines Netzwerk unter Expats, das stark auf das Privatleben fokussiert ist. Was hat Sie dazu bewogen, nun auch die Arbeitgeber mit ins Spiel zu bringen?

Malte Zeeck: Mit Arbeitgebern standen wir eigentlich immer im Kontakt. Es kommt häufiger vor, dass ein Mitarbeiter seinem Global-Mobility-Kontakt oder der HR-Abteilung von seinen Erfahrungen mit unserem Netzwerk berichtet.

Gleichzeitig haben sich die Ansprüche von Expats massiv gewandelt: Familie und Freunde nehmen heute gegenüber beruflichen Prioritäten eine viel größere Rolle ein als noch vor zehn Jahren. Viele sind nicht mehr so einfach bereit, ihr Privatleben in dieser Zeit auf Eis zu legen. Sie erhoffen sich von ihrem Auslandsaufenthalt eine interessante, beruflich und privat erfüllende Zeit, und dazu gehört selbstverständlich ein soziales Netzwerk, in dem man nach Büroschluss Gleichgesinnte trifft, Kontakte zu Einheimischen knüpft und sich auch mal zu praktischen Alltagsfragen austauschen kann.

Diese breite und zugleich individuelle Unterstützung können die wenigsten Arbeitgeber aus eigener Hand anbieten, vor allem nicht in der weltweiten Abdeckung wie bei InterNations. Daher lag eine Zusammenarbeit mit uns für viele Arbeitgeber nahe. 

Was haben Unternehmen von einer Mitgliedschaft in Form der "Corporate Membership"? 

Für Arbeitgeber besteht der Benefit darin, dass sie die Chancen auf eine erfolgreiche Entsendung verbessern. Das funktioniert, weil die InterNations-Community viele der Informations- und Serviceaufgaben übernimmt, die bei einem Umzug ins Ausland auftreten: Sie vermittelt eine erste Orientierung in ihrem neuen Gastland, klärt über kulturelle Dos und Don'ts auf und bietet Tipps zu den vielen kleinen Alltagsfragen, die Expats beschäftigen. Diese Form von Peer-to-Peer-Support bedeutet für HR- oder Global-Mobility-Teams eine große Entlastung und Zeitersparnis. 

Was aber noch viel wichtiger ist: Die Community unterstützt die Expats und ihre Lebenspartner bei der sozialen Integration in ihrem Gastland. Sie finden über Offline-Events und -Gruppen in ihrem lokalen InterNations-Netzwerk leicht Anschluss und können ihr soziales Netzwerk wiederaufbauen. Die Mitarbeiter kehren dadurch schneller in ihre Komfortzone zurück, was sich positiv auf ihre Produktivität am Arbeitsplatz auswirkt. 

Ein weiterer Vorteil für Arbeitgeber ist, dass unsere Expat-Communitys über den gesamten Relocation-Zyklus hinweg Unterstützung leisten. Eins der Ergebnisse unseres aktuellen "Expat Insider"-Reports ist: Auch viele Monate nach der Onboarding-Phase ist der Bedarf nach sozialen Kontakten und Austausch vergleichsweise hoch. Hier ist langfristiger Support gefragt.

Sie haben im Vorfeld einen Pilot-Test mit international agierenden Unternehmen durchgeführt. Was haben Sie daraus gelernt?

Zum Beispiel die Erkenntnis, dass manche Unternehmen bei der Expat-Unterstützung mehr Fokus auf die Lebenspartner der Mitarbeiter legen wollen. Das halten wir für eine sehr zukunftsweisende Strategie, denn im Spannungsfeld von Global Talent und Chancengleichheit müssen auch Global-Mobility-Strategien mit der Zeit gehen. Wir freuen uns im Übrigen sehr, dass unsere Business-Lösung bei den Arbeitgebern so gut ankommt. Unternehmen wie Merck und Volkswagen sind mit dabei - das zeigt uns, dass wir den richtigen Weg gehen.

Sie weisen in Ihrer aktuellen "Expat Insider"-Studie darauf hin, dass viele Unternehmen bei Entsendungen die Bedürfnisse der Mitarbeiter nicht erfüllen. Wie relevant ist die Frage der sozialen Kontakte im Vergleich zu Fragen wie der finanziellen Unterstützung durch den Arbeitgeber?

Uns ist es wichtig, bei diesem Thema das "Big Picture" im Blick zu behalten. Und die Leistungen, die die von uns befragten Auslandsentsandten von ihren Arbeitgebern erhalten, stoßen überwiegend auf großen Zuspruch. Das gilt auch für die einmalige Zahlung eines Geldbetrags für die mit der Umsiedlung verbundenen Ausgaben: 65 Prozent erhielten diese Leistung und nur 9 Prozent dieser Gruppe vermissten diese Leistung.

Anders sieht es bei den "weichen" Formen der Unterstützung aus: So erhielten nur 16 Prozent der Entsandten Zugang zu lokalen Networking-Angeboten und Möglichkeiten zum sozialen Austausch. Gewünscht wurde dies jedoch von 61 Prozent beziehungsweise 60 Prozent der entsandten Mitarbeiter. Dieses Ergebnis deutet an, dass das Bedürfnis nach sozialen Kontakten für die Expats eine sehr hohe Relevanz hat. Und anders als bei dem Geldbetrag wird dieses Bedürfnis von bestehenden Angeboten nur unzureichend abgedeckt.

Über InterNations

Mit mehr als 3,2 Millionen Mitgliedern in 420 Städten ist die Xing-Tochter InterNations die weltweit größte soziale Community und Informationsplattform für Expats, die im Ausland leben und arbeiten.