"Die Herausforderung für das Leiten dezentraler Teams ist nicht die technische Organisation, sondern die soziale Führung", weiß Brügmann. Um die auf Distanz erfolgreich zu meistern, sollten Leader folgende Aspekte besonders beachten: 

Fragen Sie Ihre Mitarbeiter, wie es ihnen geht

Die Pandemie verunsichert uns alle. Umso wichtiger ist es, dass Sie sich ein Bild davon machen, wie es Ihren Mitarbeitern geht. Haben Sie ein offenes Ohr für ihre Sorgen und zeigen Sie Verständnis, wenn jemand seine Aufgaben in dieser Ausnahmesituation nicht wie gewohnt erledigt. 

Beachten Sie die geänderten Strukturen und Situationen

Wenn wir im Normalfall von Heimarbeit sprechen, dann arbeitet eine Person von zu Hause aus. In der aktuellen Situation trifft dies nun meist auch auf den Partner zu. Außerdem sind oft zusätzlich schulpflichtige Kinder zu betreuen. Bei internationalen Teams sollte Ihnen zudem die Situation in den Ländern Ihrer Mitarbeiter bewusst sein. Ihre Angestellten in den USA haben andere Sorgen als deutsche Mitarbeiter, da sich die Sozialsysteme beider Staaten sehr unterscheiden. 

Schaffen Sie klare Umgangsformen im Homeoffice

Struktur gibt uns Sicherheit. Legen Sie zum Beispiel einen Dresscode für Videokonferenzen fest. Besprechen Sie, wie die Regelung für die Mittagspause im Homeoffice ist. Können Chat-Pausen genommen werden für konzentriertes Arbeiten? Erarbeiten Sie zusammen mit Ihren Mitarbeitern eine neue Büroroutine. Diese hilft Ihrem Team auch bei der Selbstorganisation.

Holen Sie sich Feedback zum Vorgehen ein

Evaluieren Sie regelmäßig mit Ihren Mitarbeitern, was gut läuft und was nicht. Funktionieren die Tools, die zur Zusammenarbeit verwendet werden? Sind die gewählten Kommunikationsstrukturen die richtigen? Insbesondere zu den Zeiten für Videokonferenzen sollten Sie sich Rückmeldung holen. Achten Sie bei Teams in verschiedenen Zeitzonen darauf, dass nicht einseitige Nachteile durch sehr frühe oder sehr späte Konferenzen entstehen. Wechseln Sie sich so gut es geht mit den zeitlichen Zugeständnissen ab.

Geben Sie Ihren Mitarbeitern technische Eingewöhnungszeit

Durch Remote-Work werden verstärkt Software und Tools zur Zusammenarbeit genutzt. Um erfolgreich zusammenzuarbeiten, muss der Umgang damit sitzen. Geben Sie Ihren Mitarbeitern Zeit und Raum, sich zu orientieren, zu üben und Unsicherheiten zu klären. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie ein internationales Team leiten - denn nach Hilfe zu fragen, ist nicht in jeder Kultur gang und gäbe. Zudem ist es für viele ungewohnt, sich selbst zu sehen und zu hören, auch hier bedarf es einer Eingewöhnungszeit. 

Dosieren Sie Nachrichten zum Virus

Die Informationen und Updates zur Corona-Krise umgeben uns permanent - das kann sehr belastend sein. Zeitgleich kommt es zum Übersättigungseffekt, da es im Moment nicht so viele neue Entwicklungen gibt. Wie abhängig ist Ihr Unternehmen vom Verlauf der Krise? Wie viel Redebedarf besteht bei Ihren Mitarbeitern? Versuchen Sie, eine Balance zwischen Krisen-Information und normalem Alltag zu finden.