Auch wenn die Schweiz kein Mitglied der EU ist, hält auch sie sich an die europäische Verordnung zur Koordinierung der Sozialsysteme. Das heißt: Der Arbeitnehmer unterliegt immer nur den Rechtsvorschriften eines einzigen Landes - in der Regel ist dies das Land, in dem die Beschäftigung ausgeübt wird. Doch was ist, wenn der Arbeitnehmer nun größtenteils vom Homeoffice aus tätig ist? Dr. Michael Fausel, Rechtsanwalt und Spezialist für internationales Arbeits- und Sozialversicherungsrecht von der Kanzlei Bluedex Labour Law, klärt auf. 

"Typischerweise knüpft das System der Sozialversicherung an die Beschäftigung in einem Arbeitsverhältnis an. Ausschlaggebend ist also nicht, wo das Unternehmen seinen Sitz hat", fasst Fausel zusammen. "Entscheidend ist, ob man beschäftigt ist, und zwar wo die konkrete Beschäftigung tatsächlich ausgeübt wird - sei es in einem Betrieb, sei es im Außendienst oder sei es eben zu Hause."

Flexible Auslegung

Diese Versicherungsunterstellung ändere sich auch nicht aufgrund der Covid-19-Einschränkungen. Hierfür wurden zahlreiche Sonderregelungen geschaffen. So kann eine Person auch dann als in der Schweiz erwerbstätig betrachtet werden, wenn sie ihre Tätigkeit dort zeitweise physisch gar nicht ausüben kann. "Diese flexible Auslegung entspricht auch den EU-Empfehlungen zur Anwendung des europäischen Koordinationsrechts", erklärt Fausel. Zuständig für die Bestimmung der anwendbaren Rechtsvorschriften sind in der Schweiz die AHV-Ausgleichskassen, deren Entscheide für alle Sozialversicherungszweige gelten.

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