An 41 der insgesamt 263 Fachhochschul- und Universitätsstandorten gehe die Zahl der einheimischen Studierenden spürbar zurück. Dies treffe auf Regionen zu, in denen nicht nur die Geburtenraten niedrig sind, sondern aus denen auch besonders viele junge Menschen wegziehen, teilt der SVR mit Verweis auf seine Studie mit. "Die Fachkräfteengpässe, die in den betreffenden Regionen bereits bestehen, dürften sich also mittelfristig verschärfen", heißt es in der Mitteilung des SVR dazu.

Nach Werbung im Ausland: Rückgang gebremst

Die vom Bildungsministerium geförderte Studie habe aber auch gezeigt, wie das Werben um ausländische Studierende diese Entwicklung  abschwächt: Weit über die Hälfte (26 von 41) der schrumpfenden Standorte begegnen dem demografischen Wandel bereits, indem sie internationale Studieninteressierte in Sprachschulen, ausländischen Partnereinrichtungen oder im Internet gezielt ansprechen. In diesen Hochschulen sei die Zahl der internationalen Studierenden um 42 Prozent gestiegen.

"Die Studie empfiehlt, ein regionales Übergangsmanagement einzurichten, das den Studierenden hilft, nach dem Studienabschluss vor Ort Arbeit zu finden. Standorte, die in diesen Feldern aktiv sind, sind Pioniere", betont der Autor der Studie, Simon Morris-Lange. "Von ihnen können sich andere Hochschulstandorte viel abgucken, denen der Rückgang der Studierenden noch bevorsteht - auch im Westen der Republik. Bund und Länder könnten diese Aktivitäten durch gezielte Förderung unterstützen."