Die zwölfseitige Informationsschrift der beiden Ministerien gibt einen Überblick über die wichtigsten Regelungen für Firmen, die im Ausland tätig sind oder dort Geschäfte anbahnen. Außerdem werden Vorschläge zum Umgang mit Situationen unterbreitet, in denen zum Beispiel Schmiergeld gefordert wird.

Freiheitsstrafen bis zu zehn Jahren

Die rechtlichen Folgen von Korruption können demnach nicht nur für die handelnden Personen, sondern auch für die Unternehmen immens sein: Die Auslandsbestechung kann mit Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren, in besonders schweren Fällen sogar von bis zu zehn Jahren (§§ 335, 335a StGB) geahndet werden. "Korruption ist strafbar, ob im Inland oder Ausland, und wird von der deutschen Justiz konsequent verfolgt", heißt es in der Broschüre. 

Anhand von Beispielen wird veranschaulicht, dass selbst das Anbieten von Bestechungsgeld bereits unter Strafe steht. Genannt wird ein Unternehmen, das für die Produkteinführung in einem Land das langwierige Zulassungsverfahren durch eine staatliche Prüfstelle umgehen möchte, indem Schmiergelder angeboten werden.

Erhöhte Wachsamkeit gegenüber Korruption

Die Broschüre sensibilisiert Unternehmen für erhöhte Wachsamkeit in Bezug auf das Thema Korruption und verweist auf die Verantwortung von Unternehmen in Deutschland. "Neben den jeweils handelnden natürlichen Personen können auch die involvierten Unternehmen bei Korruptionsdelikten zur Verantwortung gezogen werden", heißt es in der Publikation. Der Aufbau eines umfassenden Compliance-Systems könne dabei helfen, regelkonformes Verhalten im Unternehmen sicherzustellen. 

Die Broschüre steht auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWI) und des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) zum Herunterladen zur Verfügung.