Die Nachfrage sei bei einigen Auslandsvertretungen ungewöhnlich stark gestiegen, sodass man mit den "personellen als auch räumlichen Kapazitäten" an Grenzen stoße, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion.

Zwei Jahre bis zum Antragstermin

"Das Fass zum Überlaufen brachte der Hinweis, dass es an der Deutschen Botschaft in Teheran über zwei Jahre dauern kann, bis man überhaupt einen Termin zur Abgabe eines Visumsantrags bekommt", sagte Grünen-Politiker Kai Gehring im Interview mit dem Deutschlandfunk. In aktuell 20 Auslandsvertretungen komme es zu langen Abständen zwischen Terminanfrage und Termin. 

Zu vielfachen Beschwerden kam es in den deutschen Auslandsvertretungen in Indien, wie aus einer weiteren Anfrage der FDP-Fraktion hervorgeht. Zum Teil hätten Antragsteller wegen der langen Wartezeiten ihren Anspruch auf einen Studienplatz verloren. "Gleichermaßen können derzeit dringend benötigte Fachkräfte, insbesondere aus dem IT-Bereich, durch die langen Wartezeiten bei der Visavergabe ihren Arbeitsplatz in Deutschland nicht zeitnah antreten", heißt es.

"Bemüht um ein zügiges Visumverfahren"

Die Bundesregierung hat in der Antwort auf die FDP-Anfrage das Interesse an einer möglichst problemlosen Gestaltung der Einreise qualifizierter ausländischer Studierender und Forscher geäußert. So habe sich nach Einführung der Blauen Karte EU die Zahl der erteilten Anträge auf eine Arbeitsaufnahme aus Indien zwischen den Jahren 2013 und 2017 verdoppelt. "Die Bundesregierung ist sich der Bedeutung eines zügigen Visumverfahrens für den Wirtschaftsstandort Deutschland bewusst und ist um einen reibungslosen Ablauf des Visumverfahrens bemüht", erklärt die Bundesregierung in der Antwort.