In dem Vergleich von 40 Städten weltweit landeten München und Hamburg auf den Plätzen zwei und vier. Verglichen wurden unter anderem die tatsächliche Arbeitszeit, Fehlzeiten, soziale Absicherung, aber auch Pendlerverhalten, Luftverschmutzung und die Freizeitangebote, die Arbeitnehmer nach Feierabend wahrnehmen können. In der Übersicht werden die Metropolen nach insgesamt 20 verschiedenen Kriterien bewertet. Herausgegeben wurde die Studie vom Unternehmen Kisi, einem Anbieter von Gebäude-Zugangssystemen.

Geringe Stressfaktoren

Auch wenn bei den Arbeitszeiten vergleichsweise hohe Werte verzeichnet wurden, fallen die deutschen Städte vor allem durch einen besonders niedrigen "City Stress Core" auf. Er zeigt die Stressfaktoren in einer Stadt an, wie eine hohe Bevölkerungsdichte, Infrastruktur-Probleme oder schlechte klimatische Bedingungen. Auch bei den Outdoor-Angeboten, Sicherheit und Urlaubstagen haben deutsche Städte insgesamt gut abgeschnitten. Berlin landete in der Gesamtbewertung übrigens auf Platz sechs - noch vor Zürich, Barcelona und Paris. 

Experten warnen vor Work-Life-Blending

Ein gesunder Ausgleich zwischen Arbeit und Privatleben ist nach Ansicht von Experten vor allem für Arbeitnehmer aus der Generation X ein Thema, die ständig erreichbar sind, ungefragt Überstunden machen und Krankheit als Schwäche ansehen. Dass in flexiblen Büroarbeitsplätzen, freier Zeiteinteilung und Online-Verfügbarkeit der Schlüssel zu mehr Ausgeglichenheit liegt, wird aber bezweifelt: "Wenn die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen, wird Work-Life-Balance zur Herausforderung. Arbeitswissenschaftler sprechen dann von Work-Life-Blending", sagt Karen Walkenhorst, Personalvorstand der Techniker Krankenkasse. Die Nachfolgegeneration Z, die mit Smartphones und dem Internet aufgewachsen ist, lege wieder mehr Wert auf die strikte Trennung von Arbeit und Privatleben.

Dass das Vermischen von Arbeits- und Privatleben ungesund ist, belegen Daten der TK. Walkenhorst: "Natürlich ist es gut, wenn Unternehmen ihren Beschäftigten flexibles Arbeiten ermöglichen und dafür ein gutes Umfeld schaffen. Wenn Flexibilität aber der Tarnmantel für die ständige Erreichbarkeit ist, wird es ungesund. Unsere Studien zeigen, dass eine der Hauptursachen für stressbedingte Erkrankungen darin liegt, dass Menschen nicht abschalten können." In einer Studie der Techniker gaben drei von zehn Beschäftigten an, für ihren Job ständig erreichbar sein zu müssen. 

Asiatische Städte weit hinten

Vor allem in asiatischen Metropolen wird der Work-Life-Balance wenig Aufmerksamkeit geschenkt - das zeigt auch die Studie von Kisi. So finden sich Singapur, Hongkong und Tokio im unteren Drittel der Studie. Allerdings gehören zu den letzten zehn Städten im Ranking auch fünf US-Metropolen: Atlanta, Houston, Cleveland, Miami und Philadelphia.

Die Studie steht auf der Kisi-Webseite zum Download zur Verfügung.

Die TK unterstützt übrigens Unternehmen und Versicherte in vielerlei Hinsicht dabei, zu einem gesunden Ausgleich zu gelangen. Im Firmenkundenportal erklären wir, wie eine gute Work-Life-Balance in Unternehmen aussieht. Mit  Präventionskursen unterstützen wir TK-Versicherte zusätzlich dabei, eine Balance zu finden.