Im Hinblick auf Wirtschaftsleistung, Löhne, Zuwanderung und Bildung bestehen der IWH-Studie zufolge deutliche Unterschiede zwischen den westlichen und den östlichen Bundesländern. Die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter werde in den ostdeutschen Flächenländern in Zukunft deutlich schneller abnehmen als in den westdeutschen, so lautet eine der Erkenntnisse.

Dies betrifft auch die örtlichen Präferenzen gut ausgebildeter Arbeitskräfte aus dem Ausland: "Hochqualifizierte Zuwanderer, die zum Beispiel eine Blaue Karte EU haben, ziehen viel eher in west- als in ostdeutsche Regionen. Nur Berlin zieht überdurchschnittlich viele von ihnen an", heißt es in der Pressemitteilung des IWH zur Studie.

Empfehlung: Mehr Attraktivität der Wohn- und Arbeitsbedingungen

Anreize zur Ansiedlung von Unternehmen, nur um neue Arbeitsplätze zu schaffen - diese Praxis der vergangenen Jahrzehnte reicht laut IWH-Studie zukünftig nicht mehr aus. Als Empfehlung geben die Wissenschaftler stattdessen den Politikern an die Hand, in die Qualität der Wohn- und Arbeitsbedingungen zu investieren. "Exzellente Bedingungen ziehen exzellentes Personal an. Orte mit attraktiven Wohn- und Arbeitsbedingungen und einem breiten Angebot von Wissenschafts-, Bildungs- und Kultureinrichtungen können den Strukturwandel in Ostdeutschland voranbringen, wenn sie sich als weltoffen und attraktiv für qualifizierte Zuwanderung profilieren", lautet die Empfehlung des Leibniz-Instituts.

Die Studie "Vereintes Land - drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall" finden Sie auf der Internetseite des IWH

Wenige Tage vor der Veröffentlichung der IWH-Studie hatte die Bertelsmann-Stiftung in einer Analyse dargelegt, dass Deutschland bis zum Jahr 2060 pro Jahr 260.000 zusätzliche Fachkräfte aus dem Ausland benötige, insbesondere aus Drittstaaten. Die Studie unter dem Titel "Zuwanderung und Digitalisierung" beleuchtet verschiedene Prognosen und demografische Entwicklungen und betrachtet auch die Auswirkungen der Digitalisierung auf den deutschen Arbeitsmarkt.

Die Mehrheit dieser Fachkräfte müsste aus Ländern außerhalb der EU nach Deutschland kommen - aber auch besonders betreut werden.