Diejenigen, die in den USA eine Beschäftigung aufnehmen wollen, benötigen in der Regel eine US-Aufenthaltsberechtigung und eine US-Arbeitsgenehmigung, also ein Visum. 

Die unterschiedlichen Rechtsbereiche beider Länder müssen insbesondere berücksichtigt werden, wenn entsandte Mitarbeiter sowohl in den USA als auch in Deutschland einen Wohnsitz haben oder bei einem deutschen Unternehmen unter Vertrag stehen, allerdings in den USA beschäftigt sind.

Arbeits- und Sozialversicherungsrecht

Entsendungen, die nicht länger als drei Monate dauern, erfolgen im Rahmen des bestehenden deutschen Arbeitsvertrags. Sind die Auslandseinsätze hingegen längerfristig angesetzt, muss dieser einvernehmlich geändert und ein Entsendungsvertrag mit Sonderregelungen geschlossen werden. 

Nach deutschem wie US-amerikanischem Recht kommt im Bereich der Sozialversicherung das sogenannte Territorialprinzip zum Tragen: Es gilt das anzuwendende Recht des Ortes, an dem die Tätigkeit ausgeübt wird. Sind deutsche Mitarbeiter also in den USA tätig, gilt die Versicherungspflicht nach amerikanischem Recht. In Hinblick auf die Rentenversicherung besteht hingegen ein Sozialversicherungsabkommen, das für Entsendungen besondere Regeln trifft. 

Das bedeutet, dass Mitarbeiter eines deutschen Unternehmens bei einem US-Einsatz auch weiterhin der deutschen Sozialversicherung unterliegen, wenn

  • das inländische Arbeitsverhältnis bestehen bleibt,
  • der Einsatz maximal fünf Jahre dauert und 
  • die Entsendung auf Weisung des Unternehmens erfolgt. 

Eine sogenannte Entsendebescheinigung durch den Vordruck D/USA 101 dient den Beschäftigten hier als Nachweis, dass sie von der amerikanischen Rentenversicherungspflicht befreit sind. Die ausstellende Behörde in Deutschland ist die Krankenkasse, die auch die Rentenversicherungsbeiträge einzieht. Das Antragsformular erhalten Sie auf der Seite der DVKA.

Steuerrecht

Grundsätzlich gilt: Arbeitnehmer sind in ihrem Wohnsitzstaat steuerpflichtig und müssen demzufolge auch dort ihr weltweites Einkommen versteuern. Um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden, haben die USA und Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen. Vor diesem Hintergrund verbleibt das Besteuerungsrecht bei kurzfristigen Entsendungen bis maximal 183 Tage pro Kalenderjahr ausnahmslos in Deutschland, sofern der Arbeitnehmer seinen Wohnsitz in Deutschland behält und seine Vergütung auch weiterhin vom deutschen Arbeitgeber getragen wird. Ist dies nicht der Fall, ist die Vergütung in den USA zu versteuern. 

Welches Visum kommt bei der Entsendung von Mitarbeitern infrage?

Auch die Wahl des richtigen Visums ist bei Mitarbeiterentsendungen wichtig. Die Beantragung eines Arbeitsvisums ist dringend erforderlich, da es bei einer Entsendung in die USA immer darum geht, dass Mitarbeiter in den USA arbeiten. 

Folgende Visa-Kategorien gibt es: 

B-Visum mit Sonderregelung

Diese Regelung erlaubt die Einreise von Personen mit speziellem Know-how, das beispielsweise für die Montage, Wartung oder Einarbeitung von Maschinen, die aus Deutschland geliefert wurden, notwendig ist.

L-Visum

Das L-Visum wird eingesetzt, um Mitarbeiter innerhalb einer Firmengruppe zu versetzen.

E-Visum

Zu den beliebtesten Arbeitsvisa zählt das E-Visum, da das Unternehmen nach dem ersten Visum E-registriert ist und die nächste Beantragung einfacher und schneller vonstattengeht. 

H-B1-Visum

Mit dem H-B1-Visum ist es Mitarbeitern mit akademischem Abschluss erlaubt, in die USA einzureisen und dort zu arbeiten. Diese Arbeitserlaubnis ist allerdings stark limitiert und unterliegt strengsten Kriterien. 

Typischerweise kommt für eine Personal-Entsendung das L-Visum zum Einsatz. Aber auch das E-Visum ist aufgrund der unkomplizierten Beantragung eine gute Alternative. Das sollten Unternehmen im Vorfeld dringend prüfen. Denn wenn ein Unternehmen in den USA mehrheitlich in deutschem Besitz ist, können deutsche Mitarbeiter so in einem sehr vereinfachten Verfahren an den US-Standort entsendet bzw. dort eingesetzt werden. 

In einigen Fällen kann auch das H-B1-Visum beantragt werden. Da es aber große Einschränkungen durch eine jährliche Kontingentierung erfährt, kommt dies eher selten vor. 

Welches das richtige Visum ist, hängt also von mehreren Faktoren ab wie beispielsweise: 

  • Dauer der Entsendung,
  • Qualifikation der Mitarbeiter,
  • zukünftige Aufgaben in den USA,
  • Staatsangehörigkeit des Unternehmens und der angestellten Person,
  • Dauer der Unternehmenszugehörigkeit sowie die vertragliche Bindung zum Unternehmen,
  • Größe und Tätigkeitsschwerpunkt des Unternehmens,
  • Anzahl der zu entsendenden Mitarbeiter.

Es wird dringend empfohlen, sich rechtzeitig um das richtige Visum für die USA zu kümmern - egal ob der Aufenthalt in den USA für mehrere Jahre geplant ist oder ob Mitarbeiter eines deutschen Unternehmens nur einige Tage bis Wochen bei einem US-Kunden arbeiten.

Länderübersicht USA

Weitere Informationen zu Entsendungen in die USA und hilfreiche Links zu offiziellen Seiten und finden Sie in unserer Länderübersicht USA .