Die Westbalkanregelung sieht vor, dass Staatsangehörige aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, dem Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien auch ohne besondere berufliche Qualifikation zuwandern können. Voraussetzung sind eine verbindliche Arbeitsplatzzusage des künftigen Arbeitgebers und die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Die Regelung trägt in Branchen wie dem Baugewerbe und dem Gesundheits- und Sozialwesen dazu bei, Fachkräfteengpässe zu beheben. Ursprünglich sollte sie Ende 2020 auslaufen.

Eine Verlängerung war bisher umstritten, da aufgrund der coronabedingten Arbeitslosigkeit von einer weiteren Zuwanderung von Arbeitskräften aus dem Westbalkangebiet abgesehen werden sollte. Daher wurde der jährliche Zuzug auf 25.000 Beschäftigte begrenzt.

Kein neuer Antrag nötig

Bundestag und Bundesrat haben im Zuge der Verlängerung bis Ende 2023 außerdem beschlossen: Ein Arbeitgeberwechsel oder eine Verlängerung des Aufenthaltstitels erfordert künftig keinen erneuten Antrag des Arbeitnehmers im Herkunftsland mehr und führt ebenso zu keiner Anrechnung auf die nun beschlossene Obergrenze. Auch Arbeitnehmer, die bereits auf der Grundlage der bisherigen Westbalkanregelung in Deutschland tätig sind, sollen nicht unter die neue Quote fallen.

Westbalkanregelung im Überblick

Die Westbalkanregelung war vor fünf Jahren eingeführt worden, um angesichts steigender Asylbewerberzahlen vom Westbalkan eine legale Möglichkeit zur Arbeitsmarktzuwanderung zu schaffen. 

Nach einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) arbeiten mehr als die Hälfte der Menschen, die über die Westbalkanregelung nach Deutschland gekommen sind, als Fachkräfte oder auf einem höheren Niveau. Die Arbeitsmarktintegration wird nach Ansicht der Studienautoren als gelungen angesehen.

Weitere Informationen zu der Untersuchung finden Sie in unserem Artikel .