Der Bundesrat hat im Mai eine Ausnahmeregelung für Saisonarbeitskräfte gebilligt, um die Landwirtschaft während der Pandemie zu unterstützen. Das Gesetz verlängert die zulässige Dauer kurzfristiger und daher sozialversicherungsfreier Beschäftigung ausnahmsweise auf eine Höchstdauer von vier Monaten oder 102 Arbeitstagen. 

Diese Ausnahmeregelung gilt für den Zeitraum vom 1. März bis zum 31. Oktober 2021. Sie tritt am Ende der Frist automatisch außer Kraft. 

Reaktion auf Folgen der Pandemie

Hintergrund der Verlängerung ist, dass die Fluktuation ausländischer Arbeitskräfte coronabedingt stark gesunken ist. Um Obst- und Gemüsebauern vor allem beim Anbau besonders zeitkritischer Sorten wie Spargel oder Erdbeeren zu unterstützen und ihnen die erforderliche Planungssicherheit zu gewährleisten, hat der Bundestag das Gesetz kurzfristig verabschiedet. Zudem soll durch den Extramonat das Infektionsrisiko gesenkt werden. 

Meldepflicht für Arbeitgeber

Kurzfristig Beschäftigte - somit auch Saisonarbeiter - sind versicherungsfrei in der Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Sie sind jedoch in den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung einbezogen. 

Arbeitgeber können bei der Anmeldung einer kurzfristigen Beschäftigung bei der Minijobzentrale eine automatisierte Rückmeldung über Vorversicherungszeiten der Beschäftigten erhalten. So kann durch die Betriebe beurteilt werden, ob die Zeitgrenzen für die kurzfristige Beschäftigung eingehalten wurden beziehungsweise wann diese überschritten sind.