Anfangs wird nur eine begrenzte Liefermenge pro Woche für die Betriebsärzte zur Verfügung stehen. Zu Beginn wird der Schwerpunkt auf dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer liegen. Da der gesamte Bedarf der Betriebsärzte in den ersten Wochen noch nicht gedeckt werden kann, muss die maximale Bestellmenge zunächst gedeckelt werden. Es liegt daher in der Verantwortung der Betriebsärzte, Impfpriorisierungen zu entwickeln. Voraussichtlich ab Juli 2021 können Betriebsärzte mit mehr Impfstoffdosen rechnen.

Voraussetzungen für den Erhalt der Impfstoffe sind 

  • die Anbindung des Betriebsarztes an das digitale Impfquoten-Monitoring und
  • eine geeignete Infrastruktur zur vorgeschriebenen Handhabung der Impfstoffe. Das kann über eine eigene personelle und sachliche Infrastruktur oder in Zusammenarbeit mit den Betrieben umgesetzt werden.

Die Belieferung der Betriebsärzte mit Impfstoffen und Impfzubehör erfolgt einmal wöchentlich über den pharmazeutischen Großhandel und durch die Apotheken. 

Eine Handlungshilfe der Bundesvereinigung der 
Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) erklärt die Bestellvorgaben sowie den Ablauf der Lieferungen und informiert über wichtige Punkte zur Vorbereitung und Verabreichung der Impfstoffe. 

Wer darf bestellen und wie?

Zur Bestellung berechtigt ist jeder Betriebsarzt, der bei einem Unternehmen angestellt ist (Werksarzt), der zu einem überbetrieblichen Dienst gehört oder der als freier Betriebsarzt Impfungen für ein Unternehmen mit Sitz in Deutschland durchführen wird. 

Pro Impfstandort soll nur bei einer Apotheke bestellt werden. Mehrfachbestellungen widersprechen der geplanten Allgemeinverfügung zur Sicherstellung der flächendeckenden Impfstoffverteilung des BMG (Bundesministerium für Gesundheit).

Durch die Anforderungen, die der Impfstoff mit sich bringt, sind kurze Lieferwege und damit regionale Lieferungen wichtig. Betriebsärzte mit einer zentralen Bezugsapotheke, aber mehreren Standorten in Deutschland, sollten sich gegebenenfalls weitere regionale Apotheken suchen.

Lokale Apotheken können online gefunden werden.

Die ersten Bestellungen für den Impfstart ab 7. Juni 2021 waren bis zum 21. Mai 2021 möglich. In den Folgewochen muss stets bis Donnerstag der Vorvorwoche um 12 Uhr für die übernächste Woche der Impfstoff bestellt werden.

Der bestellende Betriebsarzt muss dafür sorgen, dass keine Lagerhaltung erfolgt.

Die Betriebsärzte sollen bis spätestens Mittwoch vor der Impfwoche durch die Apotheke darüber informiert werden, ob ihnen die bestellte Menge in dem Umfang in der nächsten Woche geliefert werden kann. So sollen Impftermine besser geplant werden können.

Die Bestellungen erfolgen Dosis-bezogen und impfstoffspezifisch mit Impfzubehör auf dem blauen Privatrezept. Die Vordrucke können Betriebsärzte über die üblichen Praxisformularhersteller beziehen. Der Selbstausdruck der Formulare ist nicht möglich.

Die Erstbestellung kann formlos erfolgen. Sobald dem bestellenden Arzt die blauen Rezeptformulare vorliegen, muss er sie jedoch bei der Apotheke per Formular nachreichen. Die Erstbestellung ist auch möglich, wenn die Anbindung an das Digitale Impfquotenmonitoring noch nicht abgeschlossen ist. Zum Impfbeginn muss sie jedoch erfolgt sein.

Kostenträger ist das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) mit dem Institutionskennzeichen IK 103609999.

Wann wird geliefert und wie müssen die Impfstoffe gelagert werden?

Die Anlieferung der bestellten Impfstoffe samt Zubehör erfolgt grundsätzlich am Montag und in der Regel nachmittags. 

Die gelieferten Impfstoffe müssen bei 2 bis 8 °C in einem geeigneten Kühlschrank gelagert werden. Geeignet heißt: Die Kühlschranktemperatur wird mit einem Datenlogger und Alarmfunktion kontinuierlich überwacht, und der Impfstoff wird lichtgeschützt gelagert.

Die aktuellen Hinweise der Hersteller zu den einzelnen Impfstoffen müssen beachtet werden. 

Wie müssen die Impfungen erfolgen?

Um die Impfungen durchzuführen, müssen Betriebsärzte die Webseiten und Informationen der Hersteller beachten. Eine Übersicht finden Sie auf der Seite wirtschaftimpftgegencorona.de.

Pro Impfstoff gibt es unterschiedliche Impfschemata, die beachtet werden müssen.

Vor Beginn und nach jeder COVID-19-Impfung muss ein Mindestabstand von 14 Tagen zu anderen planbaren Impfungen eingehalten werden. 

Die Nachbeobachtungszeit von mindestens 15 Minuten nach einer Impfung soll beachtet werden. Bei bestimmten Risikopersonen sollte sie 15 bis 30 Minuten betragen.

Ärztliches Honorar: Wird das Impfen vergütet?

Einbezug von Privatärzten und Betriebsärzten ab 7. Juni 2021: Grundsätzlich erhalten Privat- und Betriebsärzte die gleiche Vergütung wie Vertragsärzte.

Allerdings gibt es eine Ausnahme: Betriebsärzte haben keinen Vergütungsanspruch, wenn sie die Leistungen im Rahmen eines Beschäftigungsverhältnisses in einem Betrieb oder im Rahmen einer Tätigkeit für einen überbetrieblichen Dienst von Betriebsärzten erbringen. 

Ein Vergütungsanspruch eines überbetrieblichen Dienstes besteht nicht, soweit ihm die Leistungen bereits anderweitig im Rahmen seiner Beauftragung durch ein Unternehmen vergütet werden.

Wo finden Betriebsärzte weitere Informationen?

Alle wichtigen Informationen sind auf der Seite wirtschaftimpftgegencorona.de zusammengestellt. Dort finden Sie zum Beispiel die Handreichung des BDA, Informationen zu den Impfstoffbestellungen der jeweiligen Kalenderwochen, Unterlagen zur Aufklärung, über Vorteile und Risiken sowie Informationen zur Dokumentation und zur Abrechnung.

Auch die Techniker klärt auf: Umfangreiche Informationen zur Entwicklung der Impfstoffe, zur Wirkweise und Antworten auf die häufigsten Fragen finden Sie im Privatkundenauftritt der Techniker.